HKS oder Pantone?
Aus Sicht einer Druckerei ist HKS für viele klassische Printprojekte im deutschsprachigen Raum die praxisnähere, verlässlichere und unkompliziertere Wahl als Pantone.
Denn: HKS wurde speziell für die Anforderungen in der grafischen Industrie und unterschiedliche Bedruckstoffe (wie Bilderdruck- oder Naturpapier) entwickelt. Es bietet damit eine klare Referenz, bei der Druckerei, Agentur und Kunde nicht lange rätseln müssen, wie das Ergebnis am Ende auf dem Papier aussieht.
Warum das Thema heute wieder so aktuell ist:
Seit Pantone seine Farbbibliotheken aus den Standardversionen der gängigen Adobe-Programme (wie InDesign, Illustrator und Photoshop) abgezogen hat und auf die kostenpflichtige Plattform Pantone Connect setzt, stehen viele Unternehmen und Agenturen vor einem zusätzlichen Aufwand im Workflow. Die Frage drängt sich auf: Warum kompliziert und lizenzbehaftet planen, wenn mit HKS ein bewährtes, stabiles und präzises Farbsystem direkt vor unserer Haustür liegt?
Was HKS im Druckalltag so stark macht
HKS wird im Design-Alltag manchmal als „nur regional“ abgetan, weil Pantone durch globales Marketing bekannter ist. In der realen Druckproduktion zählen jedoch noch andere Kriterien:
- Wie verhält sich die Farbe auf der Druckmaschine?
- Gibt es verbindliche Fächer für ungestrichenes Naturpapier und glänzenden Bilderdruck?
- Sieht die Nachauflage in sechs Monaten genauso aus wie heute?
- Können Gestalter und Druckerei die Sonderfarbe ohne Konvertierungsfehler anlegen?
Die 3.520 Volltonfarben von »HKS 3000+ K« und »HKS 3000+ N« wurden auf der Grundlage der 88 klassischen HKS-Farbtöne entwickelt. Zu jeder bekannten HKS-Basisfarbe gibt es nun 39 Nuancen, die als Volltonfarben in bewährter HKS-Farbtreue erhältlich sind. Dasselbe Prinzip gilt für die entsprechenden 3000+-Fächer, damit erfolgt die Farbauswahl nicht nur am Monitor, sondern direkt anhand einer gedruckten Referenz auf dem jeweiligen Bedruckstoff.
Der entscheidende Vorteil: Papier wird von Anfang an mitgedacht
Einer der häufigsten Fehler bei der Farbfestlegung ist, dass eine Farbe am leuchtenden Monitor ausgewählt wird und nach dem Druck auf rauem Naturpapier folgt die Enttäuschung, weil sie dunkler und matter wirkt.
Jede Farbe reagiert auf unterschiedliche Oberflächen. Genau hier liegt die Stärke von HKS, denn das System unterteilt Sonderfarben klar nach dem Einsatzzweck:
Die wichtigsten HKS-Kennzeichnungen im Überblick:
- HKS K: Kunstdruck / Gestrichenes Papier
- HKS N: Naturpapier / Ungestrichenes Papier
Pantone und Adobe: Warum HKS im Workflow Zeit und Nerven spart
Jahrelang waren Pantone-Farbfächer fest in InDesign oder Illustrator hinterlegt. Diese Zeiten sind vorbei: Wer die aktuellen Pantone-Farbbibliotheken direkt in Adobe nutzen möchte, benötigt aktuell eine Pantone Connect Premium-Lizenz für den vollständigen Zugriff auf die Pantone-Bibliotheken.
Für viele regionale und mittelständische Unternehmen hat das zu unnötigen Hürden in der Druckvorstufe geführt.
Hier punktet HKS bei der Abstimmung zwischen Gestaltung, Druckvorstufe und Druckerei. Wird die HKS-Farbe korrekt als Volltonfarbe angelegt, lässt sie sich eindeutig ausgeben und in der Druckerei entsprechend verarbeiten.
Sonderfarbe vs. CMYK: Wann lohnt sich HKS wirklich?
Nicht jedes Druckprodukt benötigt zwingend eine echte Sonderfarbe. In der Beratung wägen wir deshalb immer Nutzen und Budget ab:
| Echte HKS-Sonderfarbe | Sinnvoll, wenn das Corporate Design eine leuchtende, unverwechselbare Hausfarbe verlangt (z. B. ein strahlendes Orange oder tiefes Königsblau). |
|---|---|
| HKS für CMYK | Für HKS-Farbtöne gibt es definierte CMYK-Separationen zur möglichst guten Annäherung, hierbei ist der Papiertyp entscheidend. Eine CMYK-Umsetzung entspricht jedoch nicht dem Druck einer echten HKS-Sonderfarbe. |
Wann Pantone trotzdem die richtige Wahl bleibt
Pantone ist nach wie vor ein etabliertes, standardisiertes Farbsystem und sinnvoll, wenn eine Marke global agiert und Drucksachen weltweit möglichst einheitlich aussehen müssen, die Hausfarbe medienübergreifend auf Textilien, Kunststoffen, Verpackungen oder im Siebdruck verwendet wird oder internationale Brand-Guidelines die Pantone-Werte zwingend vorschreiben.
HKS hingegen ist die bessere Wahl, wenn der Schwerpunkt auf Printprodukten im DACH-Raum liegt, die Farbwirkung auf unterschiedlichen Papieren (Natur- vs. Bilderdruck) gezielt abgestimmt werden oder der Workflow zwischen Design, Vorstufe und Druckerei einfach und wirtschaftlich bleiben soll.
Sie planen ein neues Druckprojekt?
Sprechen Sie uns gerne an. Wir werfen gemeinsam einen Blick in den Farbfächer, bemustern das Wunschpapier und finden eine kluge Lösung zwischen Farbtreue und Wirtschaftlichkeit.



