Checkliste zur Druckdatenerstellung
Bereiten Sie Ihre Druckdaten strukturiert vor. Mit den richtigen Farbraumeinstellungen, ausreichend Beschnitt, hoher Bildauflösung und eingebetteten Schriften minimieren Sie Fehlerquellen und sparen Kosten sowie Zeit. Moderne Druckereien setzen auf automatisierte Prozesse. Wenn Ihre Dateien nicht den Standards entsprechen, muss die Vorstufe manuell nachbessern, das verursacht Zusatzkosten, Verzögerungen und im schlimmsten Fall Fehldrucke. Mit standardisierten, gut vorbereiteten Dateien läuft die Produktion reibungslos ab. Sie sparen Geld, Zeit und können sich sicher sein, dass Ihr Design exakt so gedruckt wird, wie Sie es geplant haben.
Das müssen Sie wissen: Checkliste für Experten
Dateiformat
Laden Sie Ihre Druckdaten als PDF-Datei mit Einzelseiten hoch und verwenden Sie mindestens die PDF-Version 1.6 für den Export. Oft ist in Portalen von Druckereien eine automatisierte Seitenzuordnung integriert, wodurch eine klare Dateibenennung gefordert ist. Stimmen Sie sich hierzu unbedingt mit der Druckerei ab.
In unserem Hause nutzen wir dafür das Kodak InSite-Portal und die Funktion APA für die automatische Seitenzuordnung. Wichtig: Verwenden Sie den Indikator 's' gefolgt von der Seitenzahl (z. B. s1_Musterseite.pdf). Vermeiden Sie Worte mit 'S' vor dem Indikator (wie 'Seite_s1'), da dies die Automatik stören kann.
Beschnitt
Für ein fehlerfreies Druckergebnis ist es unerlässlich, dass Ihre Druckdaten einen durchgängigen Anschnitt von 3 mm rundherum aufweisen. Dieser Beschnitt Bereich dient als Sicherheitsreserve, um unschöne weiße Ränder (sogenannte „Blitzer“), zu vermeiden, wenn das Druckprodukt auf das finale Format beschnitten wird. Gleichzeitig sollten Sie einen Mindestabstand von 5 mm zum Seitenrand (Nettoformat) für alle wichtigen Texte und Bildelemente einhalten. Dieser Sicherheitsabstand stellt sicher, dass Ihre Inhalte nicht versehentlich angeschnitten oder im Zuge der Weiterverarbeitung beschnitten werden, wodurch wichtige Informationen verloren gehen könnten.
Farben und Profile
Für präzise und konsistente Farbwiedergabe sollten Ihre Druckdaten stets im CMYK-Arbeitsfarbraum angelegt sein. Als Farbprofil empfiehlt sich ISOcoated_V2 zu verwenden, das entsprechende ICC-Papier-Farbprofil sollte dann erst im RIP-Prozess angewendet werden, um die Daten flexibel anpassenn und optimale Druckergebnisse erzielen zu können. Falls Sie Sonderfarben nutzen möchten, müssen diese eindeutig mit HKS- oder Pantone-Farbnamen gekennzeichnet werden, um Verwechslungen auszuschließen und eine exakte Umsetzung zu gewährleisten.
Bilder und Auflösung
Ihre Bilder sollten im Endformat angelegt sein und eine Auflösung von 300 dpi (CMYK) bzw. 600 dpi (Graustufen) aufweisen, um feine Details bestmöglich wiederzugeben und eine sichtbare Pixelbildung im Druck zu vermeiden.
Schriften
Um sicherzustellen, dass Ihr Design exakt so gedruckt wird, wie Sie es erstellt haben, müssen alle verwendeten Schriften vollständig in die PDF-Datei eingebettet werden, da fehlende oder nicht eingebettete Schriften im RIP-Prozess zu Verarbeitungsfehlern führen können. Ein automatischer Ersatz durch Standardschriften kann zu unerwarteten Formatierungsfehlern führen. Alternativ können Texte – insbesondere bei Logos oder kurzen Überschriften – in Pfade umgewandelt werden, so bleiben die Zeichen als grafische Objekte erhalten und sind völlig unabhängig von der Schriftinstallation auf unserem System.
Anforderungen Klebebindung
Exportieren Sie den Umschlag als vier einzelne PDF-Seiten, wobei sie den Anschnitt der Titelseite im Bund auf die vorgegebene Rückstärke erweitern und entsprechend beim PDF-Export mit ausgeben. Der Anschnitt muss der vorgegebenen Rückenstärke entsprechen, damit der Rücken nach dem Verkleben korrekt sitzt und keine unschönen Blitzer entstehen. Durch die Klammerwirkung bei Klebebindungen verschwindet ein kleiner Teil des Motivs im Bund. Diesen Verlust gleichen Sie über eine Motivdopplung aus, indem Sie Ihre überlaufenden Design-Elemente auf der jeweiligen Seite aus dem Bund nach außen rücken und so sicherstellen, dass auch im Bundbereich keine wichtigen Details verloren gehen.
Spezielle Anforderungen
Für spezielle Anforderungen wie partielle Lackierungen, Perforationen oder andere Sonderveredelungen ist eine frühzeitige Abstimmung mit der Druckerei unerlässlich. Diese besonderen Veredelungstechniken erfordern oft spezielle Druckdaten-Anlagen, wie z.B. zusätzliche Ebenen oder spezifische Schnittlinien für Perforationen, die korrekt in den Druckdaten hinterlegt sein müssen. Eine rechtzeitige Kommunikation stellt sicher, dass alle technischen Details geklärt werden, um eine reibungslose Produktion zu gewährleisten und Verzögerungen oder Missverständnisse im Herstellungsprozess zu vermeiden.
Häufige Fehler & wie Sie sie vermeiden (mit QuickFix)
| Fehler | QuickFix |
| Kein Beschnitt / Beschnitt zu klein | 3mm Anschnitt einfügen / falls Anschnitt vorhanden, beim Export mit anwählen |
| RGB-Farben oder falsches Profil | Konvertieren SIe in CMYK (ISOcoated_V2) |
| Fehlende Schriften | Schriften einbetten oder notfalls in Pfade umwandeln |
| Niedrige Bildauflösung | Bilder auf 300 dpi prüfen / ersetzen |
Was passiert, wenn Vorgaben nicht eingehalten werden?
Werden die Dateivorgaben nicht eingehalten, müssen Druckvorstufen manuell eingreifen und Korrekturen durchführen, das verursacht zusätzliche Kosten. Gleichzeitig verzögert sich der gesamte Produktionsplan, da die Druckdaten erneut geprüft und freigegeben werden müssen. Im schlimmsten Fall führt dies zu Fehldrucken, Ausschussware oder Neudrucken.
Praktische Hinweise für die Zusammenarbeit mit der Druckerei
Bei individuellen Anforderungen wie partiellen Lackierungen, Perforationen oder speziellen Papiersorten ist eine frühzeitige Absprache unerlässlich. Nur so kann sichergestellt werden, dass technische Details korrekt geplant werden und das Endergebnis Ihren Erwartungen entspricht.
Wir empfehlen Ihnen ausdrücklich, vorab Testdaten einzureichen. Dies ist der effektivste Weg, um mögliche Fehlerquellen bereits im Vorfeld zu identifizieren und Überraschungen bei der finalen Produktion zu vermeiden.
Um eine technisch einwandfreie Verarbeitung zu garantieren, fordern Sie die aktuellen Druckdatenspezifikationen Ihrer Druckerei an. Die konsequente Einhaltung dieser Vorgaben bildet die Basis für ein perfektes Druckergebnis und schützt Sie vor unnötigen Korrekturschleifen oder Zusatzkosten.
Wir sind für Sie da!
Gerne beantworten wir Ihnen Ihre Fragen rund um das Thema Druckvorstufe.



