Projektmanagement
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Die 12 Regeln eines guten Website-Relaunches

Ein erfolgreicher Website-Relaunch ist das Ergebnis guter Planung. Hier sind wertvolle Tipps.

Wie wird aus einem Website-Relaunch ein Projekt, das vor, während und nach dem Relaunch Freude macht? Mit guter Vorbereitung - und diesen 12 Tipps. 

Diese Website hier ist natürlich auch das Resultat eines Relaunch-Prozesses, sogar als „großes“  Programm mit Markenrelaunch und Websiterelaunch inklusive Technik, Design und Content. Unsere Erfahrungen aus zahlreichen Kundenprojekten und auch aus eben diesem Projekt stecken in diesen 12 Tipps. Wir sind davon überzeugt: Mit dem richtigen Spirit und einem super Team machen Relaunches wirklich Spaß und begeistern nach erfolgtem Relaunch. 

1. Relaunch-Regel: Agil statt Wasserfall

Mit agilen Methoden (wir nutzen grundsätzlich bei jedem Relaunch das Scrum-Framework) vermeiden Sie Fehlschläge. Denn mit der traditionellen Wasserfall-Methode sind am Ende nur 21% der Software-Projekte erfolgreich. Die Wasserfall-Methode erkennt man daran, dass unter anderem erst nach einer kompletten Design-Freigabe mit der Programmierung gestartet wird.  

Mit agilen Methoden liegt die Erfolgsrate jedoch bei 42%!

Mit agilen Methoden erhöhen Sie also die Wahrscheinlichkeit immens, dass der Relaunch ein Erfolg wird. Die Entscheidung für agile Methoden ist ein absoluter No-Brainer. Deswegen arbeiten wir nur agil. Das sollten Sie auch!

Tipp: Mehr über agile Methoden lesen Sie in unserem Scrum-Whitepaper.

Alle 12 Relaunch-Regeln bequem als PDF lesen

Laden Sie sich das 46-seitige Whitepaper herunter. Kostenfrei. Darin sind nicht nur diese 12 Tipps enthalten, sondern Sie erhalten geballtes Wissen rund um Relaunches.

2. Inspirationen für den Relaunch sammeln

Selbst die größten Künstler nutzen Sie als Quelle: die Inspiration. Und die kommt nicht aus dem Nichts oder aus einem Geistesblitz, sondern muss stets fleißig gefüttert werden. Das gilt auch für einen Website-Relaunch.

Also:

  • Was machen Unternehmen in derselben Branche?
  • Was passiert in anderen Branchen?
  • Was machen disruptive Mitbewerber, die Ihr Geschäftsmodell angreifen?
  • Was passiert in Medien und Kunst?

Tipp: Fassen Sie (und das Team) Inspirationen zusammen. Das fängt bei spannenden neuen Zielgruppen an und kann bis zu kleinen Details, wie eine Checkout-Seite gehen.

3. Vor dem Relaunch den Status Quo hinterfragen

Was ist an der aktuellen Website verbesserungswürdig? Was bekommt der Markt besser hin? Erstellen Sie – im Team – eine Liste. Halten Sie dabei auch fest, was Ihnen gefällt und was nachweislich bei z.B.
Kunden gut funktioniert.
Tipp: Schreiben Sie die Mängel als Optimierungswünsche aus Sicht der Nutzer auf, im Stil einer User Story.
Beispiel:

  • „Als Neukunde möchte ich mich schnell und einfach registrieren“ oder
  • „Als Interessent möchte ich schneller Inhalte finden, über das Menü oder die Suche“ oder
  • „Als Produktmanager möchte ich Angebote für alle Zielmärkte schneller managen“.

Extra-Tipp: Für das Hinterfragen des Status Quo vor dem Relaunch empfehlen wir einen Workhop. Wir haben viel Erfahrung in der Vorbereitung und Moderation von Workshops. Fragen Sie uns.

4. Zielgruppenanalyse: Welche Chancen bietet der Relaunch?

Kennen Sie Ihre Kunden? Kennen Sie Ihre Nicht-Kunden? Kennen Sie Ihre Nicht-mehr-Kunden? Und kennen Sie die Menschen, die vielleicht bald Kunden werden könnten?

Erst wenn Sie eine einigermaßen belastbare Zielgruppenanalyse haben, kann man ein sauberes Website- Konzept machen. Denn oft gibt es ja mehrere Zielgruppen (und Nutzergruppen), die mit der Seite wunderbar zurechtkommen sollen. Das hat dann wieder Auswirkungen aufs Website-Design - und erst recht auf den Content.

Tipp: Eigene Daten und Marktdaten nutzen, um Personas zu erstellen. Im Whitepaper finden Sie einen eigenes Kapitel zum Thema Personas.

5. Relaunch-Schritte richtig priorisieren

Sie kennen jetzt das Verbesserungspotenzial. Entscheidend ist jetzt ein Ranking: Was muss dringend gelöst werden, was ist mittelwichtig, und was ist Nice-to-have. Um Dringlichkeiten zu bewerten, hilft es, den Wert einer Verbesserung für das Unternehmen zu schätzen.

So können unsichtbare Schnittstellenanpassungen „unter der Haube“ für das Geschäft sehr wertvoll sein und können deshalb eine besonders hohe Priorität erhalten.

Tipp: Wenn durch ein neues Corporate Design auch das Website-Design überarbeitet wird, kann natürlich auch das Design von sehr großer Bedeutung sein. Die Priorisierung ist bei jedem Projekt anders!

6. Personelle Kapazitäten für den Relaunch sinnvoll schätzen

Ein Relaunch kostet Kraft, Zeit und Geld. Alle Ressourcen sind endlich. Priorisieren Sie deshalb, wie viel „Relaunch“ Sie und Ihr Team intern stemmen können. Wenn Sie auf interne Unterstützung angewiesen sind: Gehen Sie nicht davon aus, dass Vorgesetzte, Teamleiter und Einzelne „Hurra“ schreien, wenn diese mehr Arbeit auf den Tisch bekommen. 

Interne Kapazitäten sollten aktiv freigeschaufelt werden, denn diese können zum Flaschenhals werden. Wenn interne Fachleute durch Überlastung keinen Input liefern können oder keine Zeit für Abstimmungsprozesse haben, verzögert das das gesamte Relaunch-Projekt.

Tipp: Sichern Sie sich intern Kapazitäten – verbindlich – und planen Sie auch Urlaubs- und Abwesenheitszeiten ein.

7. Denken Sie beim Relaunch ans Geld

Man kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Die Frage ist: Wann und wofür geben Sie das Budget aus? Hüten Sie sich davor, vor allem am Anfang zu viel Geld für Unwichtiges auszugeben. 

Ein typischer Budgetfresser sind endlose Abstimmungsrunden über pixelgenaues Design. Besser ist es, grobe Grunddesigns schnell festzulegen, und den Feinschliff an der entstehenden Website zu machen. 

Tipp: Arbeiten Sie zu Beginn des Relaunches die Punkte ab, die den höchsten Wert für Ihr Geschäft haben. Dann sind diese in jedem Fall im Budget mit drin.

8. Entscheidungswege festzurren

Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass es im Unternehmen eine Person gibt, die im Tagesgeschäft entscheidungsbefugt ist. Dafür braucht sie ein Mandat der Geschäftsführung bzw. des Vorstands.

Diese Person sollte die Rolle eines „Product Owner“ annehmen, der den Relaunch als „Produkt“ sieht und sich dafür verantwortlich fühlt. Selbstverständlich kann diese Person nicht immer alles entscheiden, es gibt an vielen Stellen berechtigten Mitsprache- und Absprachebedarf von internen Abteilungen.

Das Standing des Product Owner sollte in jedem Fall so groß sein, dass er oder sie kleinteilige, zeitraubende Wünsche aus anderen Abteilungen abblocken kann.

Tipp: Statt einer einzelnen Person kann die Rolle Product Owner auch von einem kleinen Team eingenommen werden. Dieses Team muss allerdings sehr gut eingespielt sein.

9. Workshops sind der Relaunch-Turbo

Erarbeiten Sie an einem Tag gemeinsam mit internen Entscheidern und der Digitalagentur, was der Relaunch leisten soll. So ein Workshop muss sehr gut vorbereitet sein und exzellent moderiert werden, damit die knappe Zeit sinnvoll genutzt wird. Manchmal sind auch mehrere Workshops notwendig, beispielsweise wenn das Geschäftsmodell geändert wird oder Anpassungen bei den Zielgruppen nötig sind.

Tipp: Als Schlüssel-Tool in Workshops lieben wir u.a. The Project Canvas und Post-its.

10. Während des Relaunches offen bleiben

Jeder Relaunch ist dynamisch. Sie haben zwei Möglichkeiten: Sie können versuchen, die Dynamik in das Korsett des Lastenhefts zu zwängen (das macht nicht glücklich). Oder Sie lassen die Dynamik zu – im Rahmen des großen Ganzen. So bleiben Sie offen für interessante Lösungen, die in den Teams während des Relaunch-Prozesses entstehen.

Tipp: Diese Offenheit funktioniert nicht mit Lastenheft und Feinkonzept, sondern nur mit einer agilen Arbeitsweise.

11. Augenhöhe

Sie kennen Ihr Unternehmen, Ihre Kunden, Ihre Märkte, Ihre Wettbewerber, Ihre Teams.

Ihre Expertise ist entscheidend für den Erfolg des Website-Relaunches.

Gleichzeitig sind auch wir Experten. Beispielsweise für Website-Relaunches, für Content-Management-Systeme, für APIs, für Design, für Usability und mehr.

Sie beauftragen eine Web-Agentur - wie uns - aufgrund der Expertise. Nutzen Sie unser Wissen und unseren Rat, schließlich bezahlen Sie uns dafür.

Tipp: Führen Sie die operativen Teams auf Unternehmensseite und Agenturseite zusammen, zumindest für einen Workshop, um gegenseitig die fachlichen Stärken kennenzulernen.

12. Aus Nutzersicht denken

In Regel 1 empfehlen wir dringend, den Relaunch mit agilen Methoden anzugehen. Trotzdem sind – statistisch – längst nicht alle agilen Software-Projekte Selbstläufer und garantierte Erfolge.

Man kann auch agil in die falsche Richtung rennen! Das passiert häufig, wenn im Projekt nicht durchgängig aus Nutzersicht gedacht wird. Natürlich wollen Sie mit Ihrem Unternehmen etwas verkaufen oder Nutzer begeistern. Denken Sie dabei aber stets aus Sicht der Kunden bzw. Nutzer.

Tipp: Um herauszufinden, wie Nutzer denken, empfehlen sich unter anderem Zielgruppeninterviews und Web-Analytics.

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