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Bezahlte Online Inhalte nicht auf der Überholspur

Die Pay Wall, ganz gleich ob als Harte Bezahlschranke, Freemium, Metered Modell oder Spenden Modell und damit bezahlte Online Inhalte setzen sich nicht durch und das, obwohl die Zahl der Bezahlschranken bei den Tageszeitungsmedien steigt. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) listet mit Stand heute 107 Angebote mit einer Paid Content Strategie auf.

Zu dem Ergebnis, dass Paid Content nicht durchstartet kommt die Studie „Digital News Report 2015“, die das Reuters Institute for the study of Journalism der britischen Oxford Universität* vorgelegt hat. In Deutschland haben nur sieben Prozent der Online Leser für digitale Nachrichten Geld bezahlt. Das Fazit zu dem die Wissenschaftler kommen lässt wenig Hoffnung aufkeimen: „Die Medien-Nachrichten-Industrie befindet sich inmitten einer zweiten Disruptionsphase durch den Aufstieg von Mobile und Social Media. Währen das traditionelle Geschäft unverändert stark unter Druck steht, gibt es immer noch keine digitalen Erlösmodelle, die wegfallende Erlöse des traditionellen Geschäfts ersetzen können.“

Social Media wird wichtiger für Nachrichtenanbieter

Der „Digital News Report 2015“ beleuchtet die Situation weltweit und das ist besonders interessant, denn sollten sich Trends aus anderen Erdteilen auch in Deutschland etablieren, würde dies eine weitere Veränderung mit sich bringen. Ein spannender Aspekt neben Paid Content ist, über welchen Kanal Menschen zu News gelangen. Direkt zur Nachrichtenmarke steuern in Deutschland noch 26 Prozent der Leser. 45 Prozent kommen über eine Suchmaschine und 20 Prozent über Social Media. In Australien und den Metropolen Brasiliens erreichen über 40 Prozent die Nachrichtenmarke über einen Social Media Kanal. In Amerika sind es 35 Prozent, wie auch in Spanien. In Deutschland teilen 19 Prozent der Nutzer von Social Media Nachrichtengeschichten. Facebook liegt hier ganz vorne vor YouTube, WhatsApp, Google+ und Twitter.

Mobile gehört die Zukunft

Bei 22 Prozent der Deutschen ist mittlerweile das Smartphone der Hauptzugangskanal für Nachrichten. Dabei liegt der Verlag falsch, der alleine auf die Produkte mit dem Apfel setzt. Über 50 Prozent nutzen andere Geräte und der Anteil der Nachrichtenkonsumenten auf Apple-Smartphones liegt bei unter 20 Prozent, so die Studie. Bei den Tablet-Varianten ist das Verhältnis zwar ausgeglichener, dafür sind die Zahlen niedriger. Das iPad liegt bei knapp unter 20 Prozent und die anderen knapp über 20 Prozent.

Noch eine Zahl zum Abschluss, die ein wenig versöhnlich stimmt aus der Studie, aber auch über neue Formen der Werbefinanzierung wie narrative Advertising kritisch nachdenken lässt. Von den 81 Millionen Deutschen nutzen mittlerweile der Studie zur Folge 89 Prozent das Internet und 60 Prozent vertrauen den Nachrichten. Immerhin 74 Prozent der Deutschen sind an Nachrichten interessiert.

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Die gesamte Studie finden Sie hier >

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*Befragt wurden über 20.000 Online Nachrichtenleser in den USA, Großbritannien, Irland, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Dänemark, Finnland, Brasilien, Japan und Australien.

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