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„Wondermags“ – Mit coolem Content Geld verdienen

„Wondermags“ – der Magazinservice für Blogger und Autoren ist seit dem 1. Juni on Air. Mit „Wondermags“ können Blogger interaktive Magazine kreieren. Der Service verspricht nicht nur Likes, sondern echtes „Ka-Ching“ über sein eigenes Kiosksystem.

Blogger Christoph Steiner macht mit dem Satz „5047 Meter über Null“ auf dem Titel seines „Wondermags“ neugierig. Das Foto zeigt die letzten Meter zum Gipfel – immer der gleißenden Sonne entgegen. Das macht neugierig. Blogger Steiner hat seinen persönlichen Reisebericht zur Besteigung des Kasbeks – übersetzt „Eisgipfel“ –  in Georgien im Jahr 2014 und seine anschließende Reise durch das Land verewigt. Der Kasbek ist immerhin der acht- höchste Berg der Erde. „Mucbook“ macht in seiner Juli-Edition Yoga und stellt sechs verschiedene Yoga-Formen vor. „Amazed“ spricht im digitalen „Wondermag“ über „Digital Detox“ und warum digitale Auszeiten so wichtig seien und stellt die Frage, ob das in Zeiten des Web 2.0 überhaupt möglich ist.
Die Themenwelten der „Wondermags“ der ersten Stunde sind bunt und vielfältig, wie die kleine beschriebene Auswahl zeigt. Da geht es um Gesichtsseifen aus Korea, Sonnenschutz, WordPress-Tipps bis zu „Flow – Der Weg zum Glück“. Auch die ersten Kategorien füllen sich mit Magazinen, ganz vorne dabei die Rubriken „Blogs“, „Beauty & Fashion“ und „Reisen“.

Mit coolem Content Geld verdienen

Das Team von „Wondermags“, versammelt um Gründer Sascha Brandhorst, sind aktuell 12 Mitstreiter, vom Webentwickler bis zur Community Managerin Astrid Smit. Die ist mit an Bord, weil ihr bei „Wondermags“ besonders gefällt, wie versucht werde, die Welt des digitalen Publishings zu verändern: „Wir schwimmen nicht mit dem Strom, sondern versuchen, seine Richtung zu beeinflussen, sodass am Ende alle davon profitieren. Die digitale Welt hat mich schon immer fasziniert und auch privat treibe ich mich viel auf Blogs, YouTube und Co. herum. Sich mit Bloggern aus den unterschiedlichsten Kategorien zu unterhalten und sie bei der Erstellung ihrer ‚Wondermags‘ zu unterstützen, macht riesigen Spaß.“ Das Unternehmen hat seinen Sitz im luxemburgischen Wasserbillig. „Wondermags“ versteht sich als „Self-Publishing-Plattform“ und will Menschen, die coolen Content besitzen, dabei helfen, diesen selbst zu verwerten. Mehr noch, nicht nur zu monetarisieren, sondern auch die gesamte Produktion eines Magazins mit eigenen Mitteln zu stemmen, ohne dass teure Layoutprogramme oder Designer bezahlt werden müssen. Die Macher stellen klar: „Es ist die einzige Self-Publishing-Plattform für digitale Magazine, welche Erstellung, Distribution und Monetarisierung in einem System vereint. Auf ‚Wondermags’ können alle Leute, die coolen Content haben, interaktive ‚Wondermags’ erstellen, diese in unserem Web- und iPad-Kiosk veröffentlichen und damit Geld verdienen.“

„Die Idee zu ‚Wondermags‘ kam nach dem Download eines E-Magazines. Als sich dieses als eine reine PDF-Version der Print-Ausgabe herausstellte, war meine Enttäuschung groß“, so Geschäftsführer Stojan Rudan. Der fing an, eine Idee in seinem Kopf zu entwickeln: „Was wäre, wenn ein E-Magazin mehr als nur ein PDF wäre, mit Inhalten, die für die digitale Welt gemacht sind. Interaktiv und allen Content-Formen, die man sich sonst von diversen Plattformen zusammensuchen müsste. Wie cool wäre es, wenn das nicht nur die großen Medienhäuser machen können, die sich die entsprechende Software und Skills leisten können, sondern wenn das jeder machen könnte?“ So entstand die Basisidee von „Wondermags“. Sein damaliger Chef und Gründer von „Wondermags“, Sascha Brandhorst, war sofort begeistert und das Projekt wurde aus der Taufe gehoben.
Das Autorenteam bestehe nur zwei Monate nach der Liveschaltung aus knapp 60 Bloggern und Journalisten. Bis zum Ende dieses Jahres soll der Fokus auf die Erweiterung der Leserschaft und Vergrößerung der Autorengruppe gelegt werden. Zudem will man die Internationalisierung vorantreiben.

„Wondermags“ gibt es nur im Netz und als iPad-App

„Wondermags“ sollen durch ihre interaktiven Elemente, wie etwa Videos oder Audio-daten, Checklisten oder interaktive Karten, nur digital im Web und als iPad-App zur Verfügung stehen. Für Leser ist ein „Wondermag“ zunächst einmal kostenlos. Allerdings kann der Autor Geld verlangen. Er bestimmt auch die Höhe des Preises. Leser können sich auf einer Vorschauseite über die Inhalte informieren, müssen dann bei den kostenpflichtigen Angeboten bezahlen. Dies geht im Web mit PayPal oder mit dem Bezahlsystem von Apple bei der App. Wer die kostenlosen Magazine lesen will, der muss sich als User registrieren. Dann kann man die Magazine auch bewerten und mit den Autoren in Kontakt treten.

Autoren müssen sich bewerben

Die Macher von „Wondermags“ legen Wert auf guten Content und nicht mehrfach recycelte Inhalte. Community Managerin Astrid Smit: „„Wondermags“ soll die beste Plattform für Digital Publishing werden und keine X-beliebige Webseite mit Katzenvideos oder ähnlichem, tausend Mal gesehen Zeugs.“ Daher müssen sich Autoren bewerben.
Ihre Inhalte werden dann von den Machern und anderen Autoren bewertet. Werden die Inhalte für gut befunden,  kann man sofort loslegen und sein eigenes wundervolles Magazin kreieren. Autoren können mit „Wondermags“ auf zwei Arten Geld verdienen. Das nennen die Macher „Ka-ching“. Zum einen durch den Verkauf der Inhalte im Kiosk: 50 Prozent der Erlöse bleiben immer beim Autor. Die  zweite Option ist, dass ganzseitige Anzeigenseiten in den „Wondermags“ eingeblendet werden. Ganzseitig, um den Lesefluss so wenig wie möglich zu stören. Hier profitieren Autoren natürlich von steigenden Leserzahlen. Je mehr Leser, desto mehr „Ka-Ching“. Der Ratschlag des Entwicklerteams an die Autoren ist: Je besser und exklusiver der Content, umso höher sollte der Preis sein.

Kein Verlag, der Inhalte vermarktet

Die Autoren behalten das Urheber- und Eigentumsrecht an ihren Inhalten. „Wondermags“ darf allerdings die Magazine für Marketingzwecke nutzen. Jeder Autor bleibt damit auch rechtlich für sein „Wondermag“ verantwortlich, da er als Herausgeber fungiert, mit allen Rechten und Pflichten.

Die erstellten „Wondermags“ können allerdings nicht als Magazin auf der eigenen Homepage eingebunden werden, wie dies etwa bei PDF-Magazinen oder ePaper-Ausgaben der Fall und als E-Paper bekannt ist. Sie sind ausschließlich über das Kiosksystem von „Wondermags“ über deren Seite wondermags.com abrufbar. Die Anbieter stellen allerdings einen HTML-Code zur Verfügung, der auf der eigenen Webseite oder Blog eingebunden werden kann. So kann man auf den „Wondermags“-Kiosk verlinken, seine eigenen Blogleser informieren und damit seine Verkäufe auf „Wondermags“ steigern.

Wer also die nächste Tour auf den Kilimandscharo, nach Timbuktu oder an den Nordpol plant, der sollte im Kopf schon einmal die Seiten seines „Wondermags“ skizzieren, aufreißen und planen.

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Das Foto zeigt das Team von „Wondermags“ / Foto: Wondermags

 
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