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Internetnutzer lesen Nachrichten digital

Wer in einer deutschen Großstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, der findet in einer U-Bahn, Straßenbahn oder Bus eines nicht mehr: Ein liegengelassenes Boulevardblatt. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts war dies noch häufig der Fall. Zeitschriften, vereinzelt Bücher sieht man noch, vor allem auch bei Fernreisen mit der Bahn und ansonsten wischen die meisten Menschen auf ihrem Smartphone, die Jüngeren spielen nicht selten ein Computerspiel. So die persönlichen Beobachtungen aus Berlin, Hamburg, Köln oder München. Eine repräsentative Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom von 1.042 Internetnutzern ab 14 Jahren aus Deutschland stützt die persönlichen Beobachtungen.

So titelt Bitkom im April diesen Jahres auch: „Drei Viertel der Internetnutzer lesen Online-Nachrichten“. So weit, so nicht wirklich verwunderlich. Interessanter an der Befragung ist die Frage nach den Medien die genutzt werden. Mehr als die Hälfte informiert sich auf den Nachrichtenseiten der Fernsehsender, also auch des öffentlich-rechtlichen. Dicht gefolgt mit zwei Prozent Abstand und insgesamt 52 Prozent der Befragten die Online-Angebote der klassischen Zeitungsmarken, die es auch in gedruckter Form gibt. Reine Online-Angebote, also ohne Print-Titel werden lediglich zu sieben Prozent genutzt. Beispiele hierfür sind die Huffington Post oder Buzz Feed. Timm Lutter, Experte für Digital Media beim Bitkom folgert: „Das Vertrauen der Nutzer in die Marken der traditionellen Medienhäuser ist nach wie vor groß“.

Dabei ist interessant das 45 Prozent der Internetleser, kommen sie über ihre E-Mail-Provider T-Online, Web.de oder GMX in Kontakt mit Nachrichten, diese lesen. Der Abstand zu den klassischen Sendern und Verlagen ist also gar nicht so hoch. Ein Fünftel, rund 22 Prozent, nutzen soziale Netzwerke, wie Facebook, Xing oder Twitter um aktuell informiert zu sein. Bitkom-Experte Lutter:„Soziale Netzwerke haben den Vorteil, dass sie als personalisierte Sammelstelle für alle Arten von Nachrichten dienen können. Richtig eingestellt, bieten sie den gewünschten Überblick – vom aktuellen Weltgeschehen bis zu hyperlokalen Ereignissen oder Infos von Prominenten“. Bei den Jüngeren zwischen 14 und 29-Jährigen sind es sogar ein Drittel, die sich so über das aktuelle Tagesgeschehen informieren.

Zu der Umfrage des Branchenverbandes Bitkom ergänzt die Meldung des Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) aus dem April diesen Jahres, dass die Digitalreichweiten der Verlage stark gestiegen sind. So legten die mobilen Websites und Apps zu: Sie steigerten ihre Reichweite von 17,2 auf 27,3 Millionen Nutzer in nur einem Jahr. Dabei bleibt bei den Verlegern das Kerngeschäft in Print, das rund 60 Prozent ausmache, so der VDZ. Das Digital-Geschäft steuert 18 und sonstige Geschäfte 22 Prozent zur Wertschöpfung bei.

Foto: Matej Kastelic/www.shutterstock.com

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