Einigkeit als Kompass
Wann wurden Sie das letzte Mal von einer Situation eiskalt überrascht? Wann haben Sie sich zuletzt darüber geärgert, etwas nicht früher in Angriff genommen zu haben? Und wann haben Sie sich das letzte Mal ehrlich gefragt, ob bestehende Strukturen (ganz gleich ob beruflich oder privat) noch funktionieren?
Aus unternehmerischer Sicht machen diese Fragen deutlich, wie wichtig es ist, nicht nur im Hier und Jetzt zu reagieren, sondern langfristig zu planen. Wie die Geschäftsführung der Schaffrath DigitalMedien mit Lars Kosman, die Geschäftsführung der Schaffrath DruckMedien mit Alexander Hornen und Frank Johannhörster sowie dem ehemaligen Geschäftsführer und heutigen Kaufmännischen Leiter Dirk Devers mit diesen Fragen umgehen und was Struktur für sie bedeutet, haben wir im Interview erfahren.
Lars Kosman
»Struktur ist für mich ein formgebendes Element; ähnlich einer Straße, auf der man sich zwischen Leitplanken bewegen kann.«

Vom Konzern zum Familienunternehmen
Nach fast 20 Jahren in der Rolle als Geschäftsführer hat Dirk Devers zum 1. Januar 2026 die Geschäftsführung an seinen Nachfolger Frank Johannhörster übergeben.
Dirk Devers ist seitdem als Kaufmännischer Leiter bei Schaffrath tätig. »Mir war es besonders wichtig, einen planmäßigen Übergang zu schaffen und nicht plötzlich vor einer Situation zu stehen, die einen selbst und auch die Organisation überrumpelt«, so Devers.
Daher war klar, diese Veränderung so früh wie möglich anzugehen, um rechtzeitig einen geeigneten Kandidaten für die Nachfolge zu finden. Mit strukturellen Veränderungen, insbesondere beim Wechsel einer Geschäftsführung, gehen die Übergabe von Aufgabenbereichen und Zuständigkeiten einher. Das passiert nicht von heute auf morgen. Durch eine frühzeitige und offene Kommunikation wird dabei sowohl im Team als auch nach außen Verlässlichkeit und Transparenz geschaffen.
Frank Johannhörster kennt Familienunternehmen wie Schaffrath bereits seit seinem Einstieg in die Arbeitswelt. Zwischendurch hat er jedoch auch Konzernluft geschnuppert. »Konzerne sind oft in Beteiligungen, Holdings oder Tochtergesellschaften gegliedert. Innerhalb dieser operativen Organisationen herrscht häufig ein ähnlicher ›Wind‹ wie in Familienunternehmen«, so Frank Johannhörster. Grundsätzlich schätzt er an Familienunternehmen besonders die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten sowie die Nähe zur Praxis. Während Strukturen in Konzernen eher als Steuerungsinstrument dienen, bieten sie bei Schaffrath Sicherheit und Orientierung.
Frank Johannhörster
»Struktur ist für mich ein Rahmen für die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation. Sie bringt zudem Regelmäßigkeit in meinen (Arbeits-)Alltag, durch feste Abläufe oder auch wiederkehrende Reports.«

Struktur in der Zusammenarbeit
Im Dorsch – Lexikon der Psychologie wird gute Zusammenarbeit (oder auch Kooperation) als eine Form der zielgerichteten Zusammenarbeit zwischen Personen verstanden, die sich gegenseitig abstimmen, kommunizieren und unterstützen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Sie setzt offenen Austausch, Vertrauen, Respekt, Akzeptanz und die Fähigkeit zur Selbstreflexion der Beteiligten voraus.
Dass dabei unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen existieren, ist normal. Nicht nur, wenn verschiedene Generationen an einem Tisch sitzen.
»Uns allen geht es darum, eine lange Unternehmensgeschichte fortzuführen«, sagt Hornen, »dabei fragen wir uns immer: ›Was braucht Schaffrath?‹ Natürlich sind wir uns zu Beginn nicht immer in allen Punkten einig. Entscheidend ist, dass wir am Ende im Unternehmenskontext und unter Berücksichtigung unserer sowie der Interessen unserer Kundinnen und Kunden gemeinsam zu einer Lösung kommen.«
Die unterschiedlichen Perspektiven, die jeder mitbringt, hebt auch Johannhörster hervor: »Veränderungen können holprig sein; man darf nicht einfach den Schalter umlegen. Wichtig ist eine vorausschauende Planung und am Ende ein Commitment.«
»Die Basis von allem ist Vertrauen«, sagt Kosman. »Ich schätze die Erfahrungen und Meinungen jedes Einzelnen hier. Ohne Vertrauen kann gute Zusammenarbeit nicht funktionieren.«
Dirk Devers
»Struktur sorgt für mich für Beständigkeit und Klarheit. Als Controller ist mir klar: Wenn keine Struktur da ist, fällt die Analyse dafür umso schwerer.«

Zum Ziel navigieren
Viele Menschen bedeuten zugleich viele Strukturen, das ist wunderbar, denn daraus entsteht Vielfalt. Doch trotz aller Vielfalt sollte ein Unternehmen ein gemeinsames Ziel verfolgen und gemeinsam in eine Richtung laufen. Ist ein Ziel zu weit entfernt oder zu groß, kann es überfordern und letztlich dazu führen, dass es nicht erreicht wird. Hierbei kann die Stückelung in Abschnitte oder kleinere Unterziele helfen, wie die Digitalagentur es aktuell mit der Erarbeitung ihrer Vision nach dem Prinzip V2MOM* macht.
Auch in der Druckerei ist Stillstand keine Option, um langfristig erfolgreich zu sein. Hierzu werden aktuell unter anderem die internen Strukturen von einer externen Stelle analysiert, um Unterstützung und neue Impulse zu gewinnen. Dadurch soll sowohl die Zusammenarbeit als auch die gemeinsame Zielerreichung gefördert werden. Hierfür muss man sich selbst und auch als Organisation regelmäßig reflektieren.
Der Coverspruch dieser Ausgabe sagt: Klarheit, die den Weg weist! Alle vier sind sich einig, dass klar sein muss, wo gemeinsam hinnavigiert werden soll. Konsens, Vertrauen und Orientierung sind dabei das Fundament für diesen gemeinsamen Weg.
Alexander Hornen
»Struktur ist eine Hilfe. Sie gibt mir Sicherheit und Orientierung im Alltag, ganz egal ob beruflich oder persönlich.«

*V2MOM
V2MOM ist ein strategisches Framework. Aus einer großen Vision wird ein konkreter, messbarer Plan, der die gesamte Organisation auf gemeinsame Ziele ausrichtet und in umsetzbare Schritte übersetzt.



