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Aktuelle Entwicklung: Nachrichten und Social Media

Die Spatzen pfiffen es ja schon von den Dächern, denn die können bekanntermaßen digital noch keine Kommunikation führen: Die Bedeutung von Twitter und Facebook als Newsquelle steigt. Dies sagt eine Studie des PEW Research Center aus Amerika ganz deutlich aus. So stieg die Zahl der Nutzer der beiden Social Media Kanäle, die auch Nachrichten nutzen, signifikant. 2013 waren es noch 52 Prozent, die Nachrichten über Twitter ausgespielt bekamen. 2015 schon 63 Prozent. Das Gleiche gilt für Facebook, hier wuchs die Nutzerschaft für Nachrichten sogar um 16 Prozent in zwei Jahren. Twitter-Nutzer sind passiver und eher empfänglich für die klassischen Eilmeldungen, denen dann gefolgt wird. Nachrichten bei Facebook dagegen werden stärker kommentiert. Dort werden die Leser also stärker selbst aktiv.

Die hohe Reichweite der sozialen Netzwerke macht sich bemerkbar

Diese Zahlen bedeuten für Medien eine neue Herausforderung, schließlich nutzten, so das Statistikportal Statista, in Deutschland im Mai 2014 rund 28 Millionen Deutsche Facebook. Facebook selbst teilt ebenfalls in diesem Kontext spannende Zahlen zu seiner Reichweite in 2013 mit: So waren im Jahr 2013 rund 13 Millionen Deutsche täglich mobil auf Facebook unterwegs, so viele wie das DFB Pokalfinale 2013 an Fernsehzuschauern hatte. 25 Millionen Deutsche sind jeden Monat 2013 auf Facebook gewesen. Twitter nutzten 2014 laut eMarketer rund 2,4 Millionen Deutsche. Angesichts dieser Zahlen und den Ergebnissen der amerikanischen Studie muss die Frage gestellt werden, sind Plattformen wie Facebook und Twitter auf dem Weg zu globalen Verlagshäusern?

Unterschiede bei den Themen – jüngere Zielgruppen besonders empfänglich für Nachrichten über Facebook und Twitter

Aber schauen wir noch einmal in die Details der Studie des PEW Research Center für Amerika. Twitter liegt in der Rezeption von Nachrichten in den Bereichen Sport, Wirtschaft, Politik und Internationale Nachrichten vorne. Facebook und Twitter gleichen sich bei Nachrichten im Bereich Entertainment, lokaler Politik, Verbrechen an. Bei People-Stories in der eigenen Community und Nachrichten aus dem Bereich Medizin und Wellness hat Facebook die Nase vorn. Es gibt aber auch Geschlechterunterschiede. So haben die Männer im Bereich Sport die Nase vorn, bei Entertainment-News die Frauen und die nutzen besonders Twitter. Dies gilt auch, wenn Blaulicht-Nachrichten gefragt sind. Ein Trend, den Verlage beobachten sollten, ist, dass vor allem die jüngeren Zielgruppen zwischen 18-34 Jahre ihre Nachrichten über soziale Medien abfragen. Twitter und Facebook liegen hier mit 49 Prozent gleich auf, während es bei der Generation 35+ nur knapp über 30 Prozent sind.

Woher kommen die Nachrichten und wem vertrauen die Rezipienten?

Eine spannende Frage ist, wie Nachrichtenlagen in den sozialen Medien entstehen und woher diese kommen. Auch das hat die Studie untersucht. So folgen die Twitter-Nutzer stärker professionellen Nachrichtenlieferanten, Reportern oder Kommentatoren als themenbezogenen Gruppen und noch weniger politischen Parteien. Twitter-Nutzer sind auch aktiver in der Zahl der Nachrichten, die sie konsumieren. In der Regel sind dies sechs oder mehr. Dabei ist eines auch klar: die Nachrichten, die über soziale Medien genutzt werden, sind nicht nur Catcontent.

Auch Instagram will Nachrichtenmedium werden

Auch das soziale Netzwerk für Bilder will sich als aktueller Nachrichtenkanal etablieren und hat neue Funktionen angekündigt. In Deutschland sehen Nutzer jetzt erst einmal eine verbesserte Suche. Orte, Hashtags und Menschen können innerhalb eines Fensters gesucht werden. Instagram will damit den Wünschen seiner Nutzer nachkommen, die immer schneller Bilder von Events oder Nachrichtenlagen sehen wollen. Bei Instagram werden nach Angaben des Dienstes jeden Tag 70 Millionen Bilder hochgeladen. Mit ihrer Strategie, ins aktuelle Nachrichtengeschäft einzusteigen, üben die sozialen Netzwerke einen starken Druck auf etablierte Medien aus, aber auch untereinander. So will Twitter jetzt mit dem Projekt „Lightning“ Nachrichten zu wichtigen Ereignissen besser bündeln. Auch hat man die Live-Streaming-App Periscope gekauft, mit der Nutzer Videos mit ihrem mobilen Endgerät direkt übertragen können.

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Foto: 1000 Word / Shutterstock.com

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