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Zeitschriften und Magazine: Riesiges Potenzial in der Weiterverarbeitung

Können Magazine auch in der Weiterverarbeitung und Versand veredelt werden? Die KNOW!S-Redaktion begab sich auf Wissenssuche durch das Reich von Draht, Klebstoffen, Tinten, Kuverts, gelben Robotern und Europaletten. Und da Wissen bekanntlich Ah macht, sind wir jetzt schlauer und haben gelernt, dass man sogar plattgedrückte Limonadendosen auf Papier kleben und verschicken kann.

Riesige Drahtrollen stehen am Sammelhefter und über den Köpfen rotieren zusammengestellte Papierbögen der Zeitschriften und Magazine, die am Ende von einem gelben Roboterkollegen fein säuberlich auf Paletten portioniert werden. Von dort geht es weiter in eine ausgeklügelte Logistik die in persönlicher Zustellung auf Messen gipfelt. Da wartet der Fahrer auf den Verlagsmanager, bis der aus der Mittagspause wieder da ist. Schaffrath hat seine Strukturen in Weiterverarbeitung und Logistik so optimiert, dass höchste Liefer- und Datensicherheit gewährleistet sind. Denn was nützt das bestgestaltete Magazin, wenn es am Ende den Kunden nicht erreicht.

Klebebindung veredelt – Heftung dynamisiert
Hans Schmetter, Leitung Weiterverarbeitung bei L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG Druck Medien  herrscht über das Reich, an dessen Ende Zeitschriften, Magazine und Zeitungen ihre Reise zum Endkunden in großen LKW antreten. Es ist eine riesige Halle mit Europaletten, Maschinenstraßen, die heften oder  Klebebindung verarbeiten können. Wer seine Druckbögen kleben will, der muss mindestens eine Bundstärke von zwei Millimetern erreichen. Das ist bei dünnem Papier oder schwindenden Umfängen, dann aber oft nicht mehr möglich. „Ein Ausweg ist, ich nehme ein Volumenpapier“, rät Hans Schmetter. (Mehr zu Papier finden sich auf den Seiten 26-29) Magazine, die geklebt sind, werden als hochwertiger wahrgenommen und können, wenn sie so veredelt werden, durchaus für steigende Auflagen sorgen. Früher einmal galt die Regel: Wochenmagazine wie etwa die „Wirtschaftswoche“ oder „Der Spiegel“ werden geheftet und Monatstitel mit einer Klebebindung versehen. Damit zeigte schon die Weiterverarbeitung der Periodika, ob das Magazin für den schnellen Informationstransfer oder das genüssliche Blättern und schmökern gedacht war. Mit der Wahl des Papieres kann nicht nur die Bundstärke gesteuert, sondern auch die Versandkosten optimiert werden.

Stiefkind der Kreativen – die Weiterverarbeitung
Beikleber, Beihefter oder ein schickes Booklet auf dem Titel erhöhen nicht nur den Informationsgehalt einer Publikation, sondern wirken auch verkaufsfördernd. Es gibt auch keine Grenzen der Kreativität, nur die ein oder andere technische Einschränkung. Dennoch könnte hier mehr Innovation das Printprodukt neu erlebbar machen. Wo steht geschrieben, dass der redaktionelle Inhalt eines Magazins immer nur auf den gleichen Seiten stehen muss? Das hat der Gesetzgeber so nicht geregelt. Mit den Optionen moderner Weiterverarbeitungsmaschinen könnten Sonderthemen spannender präsentiert werden und so sogar noch für Extra-Anzeigenumfelder sorgen. Ist mein Magazin auf einem nicht rein weißen Papier gedruckt, könnte ich so eine Modestrecke haptisch erfahrbar herausarbeiten. Die Weiterverarbeitungsmaschine bei Schaffrath in Geldern verarbeitet vieles, denn die Experten in Geldern wissen genau was sie tun und beraten im Vorfeld einer Produktion.

Logistik – Die Perlenkette
Hans Schmetter sagt: „Geht nicht gibt es nicht. Die Zeitschrift X zum Zeitpunkt Y am Ort Z, alles das regeln wir.“ Denn nach dem Heften ist noch lange nicht Schluss. Da muss adressiert, kommissioniert und am Ende das richtige Produkt beim richtigen Abonnenten ankommen. Hier werden Daten veredelt. Kunden laden – und das absolut datengeschützt – ihre Adressdaten via Upload-Tool bei Schaffrath ab. Dort werden diese nach den Vorgaben der Deutschen Post aufbereitet, denn die übernimmt den Vertrieb zum Einzelkunden. Wie Daten selektiert werden, schreiben die Verlage oder Unternehmen vor. Zu den Abonnenten-Daten wird vermerkt, wie Beilagen oder Beihefter geschaltet werden. Bei schaffrath geschehen diese Prozesse vollautomatisiert und das bürgt so für 100 Prozent Qualität. Denn nur so werden die strengen Richtlinien der Deutschen Post umgesetzt und die versandfertigen Objekte sind exakt gebündelt. Schmetter: „Wir verfolgen konsequent das Ziel eines strukturierten Weges der Daten, der verlässlich und nachweisbar funktioniert. Zudem stehen wir im ständigen Kontakt mit dem Qualitätsmanagement der Deutschen Post. Aus der für unser Haus zuständigen Dortmunder Filiale  kommen immer wieder Auszubildende oder Mitarbeiter die eingearbeitet werden sollen nach  Geldern, um hier zu lernen wie ein optimaler Ablauf im Versand stattfindet.“ Dort, wo noch mehr Handarbeit im Spiel ist, ist auch die Fehlerquote höher. Für einen Dreischichtbetrieb wie Schaffrath undenkbar und für den Kunden die optimale Sicherheit. Viele Zeitschriften verlassen das Lager auf Paletten und so reisen diese direkt in die Briefzentren, wo sie in den Auslieferungsprozess der Deutschen Post oder anderer Dienstleister eingespeist werden.

Etiketten – Die Leim-Wissenschaft
Bevor es aber auf den gelben oder andersfarbigen Wagen geht, muss adressiert werden. Die Adressen sind maschinenlesbar. Sie werden direkt mit Tinte aufgespritzt oder als Etiketten aufgeklebt. Mit einer  speziellen Tinte sogar haltbar auf gedruckten UV-Lacken. Auf UV-Lack kann auch geklebt werden, allerdings sind diese Etiketten irreversibel mit der Papieroberfläche verbunden. Verleger und Marketingabteilungen lieben aber Etiketten, die wieder ablösbar sind, damit die Kunden nach Zustellung auch das gesamte Werk betrachten können. Schmetter: „Wir verwenden auch ablösbaren Leim. Das ist natürlich eine Gradwanderung, die wir beschreiten. Es muss ablösbar sein, aber es muss auch ankommen. Die Ablösbarkeit wird durch einen adhesiven Zusatz, das ist im Leim ein Silikon, gelöst. Wenn Sie Temperaturen über 40 Grad Celsius haben, löst das Silikon sich auf. Und wenn das der Fall ist, verbindet sich das Etikett mit der Papierfaser. So kann es sein, dass das Heft die Druckerei verlässt, und noch ablösbar ist. Liegt es auf der Ladefläche des LKW bei hohen Temperaturen von mehr als 40 Grad, dann ist das Etikett beim Kunden zu Hause nicht mehr ablösbar.

Messe – Die maßgeschneiderte Zustellung
Lange vorbei sind die Zeiten, in denen komplette Auflagen an Verlage oder Unternehmen versandt  und dort in Kellern eingelagert wurden. Heute werden die Ausgaben im ersten Step an die bekannten Abonnenten verschickt. In der Zwischenzeit können weitere Abonnenten gewonnen werden und dann in einem zweiten Schritt mit einer geringeren Auflage noch einmal verschickt werden. Im Lager von schaffrath ist jeder Lagerort exakt definiert, die Lagerung erfolgt durch ein EDV System, das nach dem Prinzip der chaotischen Lagerung funktioniert.  Schmetter: „Wir führen für viele Verlage Lagerungen durch, die etwa für spätere Messen gedacht sind. Das ist eine ganz sensible Sache. Denn Messen dienen den Verlagen als Präsentationsfläche zur Neukundengewinnung. Da muss die Lieferung punktgenau bei einem genau definierten Mitarbeiter eintreffen. Für spezielle Lieferungen haben wir unseren Hausspediteur Ahland. Dort haben wir direkten Zugriff auf den Fahrer einmal per GPS oder Handy. Kann also auf einer Messe etwas nicht zugestellt werden, weil die entsprechende Person nicht vor Ort ist, dann wartet der Fahrer so lange bis die Magazine korrekt ausgeliefert sind.“ Das ist ein Superservice der natürlich nicht ganz billig ist, aber häufig billiger, als bei großen Speditionsanbietern, die dann wieder mit SubSubunternehmern arbeiten. Die arbeiten häufig mit anonymen Fahrern, die sich nicht die Zeit nehmen auf den richtigen Ansprechpartner zu warten.

Grossisten – gebündeltes Know-How
Hans Schmetter: „Wir haben gute Kontakte zu den Grossisten, die in uns einen perfekten Dienstleister sehen, da wir für Verlage in Geldern KNOW HOW bündeln. Die Grossisten sind unsere Partner, die für mehrere Verlage gleichzeitig in Geldern abholen. Das hat positive Effekte auf die Kostenkalkulation, weil wir für die Verlage und Grossisten auch vorkommissionieren.“ Der Zeitschriftenvertrieb an den richtigen Bahnhofsbuchhandel oder eine Tankstelle, je nachdem wie tief verbreitet werden soll, muss für alle Beteiligten logisch aufgebaut sein. Ein Beispiel: Wenn eine Tankstelle etwa 104 Zeitschriften erhält und Vollballen gebildet werden, dann werden diese zu 25 Stück gebündelt. Sie erhält vier Ballen zu 25 und eine Spitze von vier Exemplaren auf die die Adresse aufgedruckt wird. Die führende Spedition holt dann die entsprechenden Exemplare ab und übergibt an den Grossisten. Das kann über Nacht oder in einer Auslieferung von zwei bis drei Tagen erfolgen, je nachdem, was vereinbart ist.

Gibt es eine Zeitung, die zum Postvertrieb angemeldet ist, so kann diese von heute auf Morgen ohne Probleme über Schaffrath versendet werden. Schaffrath sucht auch immer den wirtschaftlichsten Versandweg. Schaffrath hat das KNOW HOW und berät in allen Fragen der Presse- oder Infopost. Auch im laufenden Prozess, also wie schwer oder groß darf etwa eine Beilage sein. Die Post habe sich schon sehr geöffnet, aber es gebe noch die ein oder andere Lösung, die statisch sei. Schmetter:  „Unsere beratenden Aussagen sind verlässlich, weil wir das Know How und den kurzen Draht zur Post haben. Wir sprechen auch im Auftrag des Kunden mit der Post um etwa in bestimmten Fällen zur wirtschaftlichsten Lösung zu kommen. Unsere Kunden profitieren von unserem guten Namen bei der Post, da wir Großversender sind.“

Belegversand – von Hand sortiert
Das Einzelheft an den Abonnenten wird voll automatisch versandt. Empfänger aus dem institutionellen Raum, etwa Schulen, Vereine, Unternehmen oder Behörden die mehrere Hefte bekommen erhalten diese in Umschlägen. Zu dieser Sendungsform gehören auch die Belegexemplare, etwa an die Anzeigenkunden, die mit Anschreiben kuvertiert werden. Diese können sogar personalisiert werden: „Lieber Anzeigenkunde, bitte beachten Sie Ihre Anzeige auf Seite 27…“ Der gesamte Belegversand oder Lösungen für den Vertrieb werden hier im Druckzentrum erledigt. Das spart Zeit und bündelt die Fachkompetenz, die heutzutage bei Verlagen oftmals gar nicht mehr vorhanden ist. Je nach Kundenwunsch kommen auch edle Versandtaschen zum Einsatz. Das Personalisieren erfolgt als Serienbrief, der dann manuell eingetütet wird, Wenn der Brief zum Heft passen muss. Bei Mailings kommt die Kuvertiermaschine zum Einsatz. Aber auch spezielle Wünsche und Anforderungen sind machbar bis hin zum Rechnungsversand. Schmetter: „Es gibt viele Verlage, die uns viel Vertrauen schenken. Wir sorgen dafür, dass die Daten sicher sind und alle Abläufe nachvollziehbar und transparent bleiben. Datenschutz wird und muss eingehalten werden. Für alle Varianten bevorraten wir Verpackungsmaterial, auch Sonderanfertigungen sind möglich. Auch der Offshore-Versand über Seehäfen nach Übersee, Brasilien, China, Russland oder in die Türkei wird hier erledigt. Bis hin zu den Zollformalitäten.“

Innovation – Spaß an der Umsetzung
Anfragen von Kunden, auch von den Agenturen, seien manchmal nicht ganz so praxisnah. Bevor wir aber „das geht nicht“ sagen, haben wir das Thema mehrfach umgedreht oder auch eine technisch machbare Abwandlung vorgeschlagen, verspricht Schmetter: „Wir haben Spaß daran ungewöhnliche Dinge umzusetzen, auch wenn das eine Herausforderung ist. Mit schaffrath concept haben wir zusätzlich die Möglichkeit den Radius der Suche nach einer Lösung zu erweitern.“

Hans Schmetter
02831.396-178
schmetter@schaffrath.de

Foto: Rainer Holz

 
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