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KNOW!S How: Druckpapiere und Kartons

Chromosulfatkarton*
Chromosulfatkarton oder auch Chromosulfat-papier ist vor allem für hochwertige Druck-sachen beliebt. Es besticht sowohl optisch als auch haptisch und lässt sich hervorragend verarbeiten. Chromosulfatkarton hat einen sehr hohen Weißanteil, ist einseitig oder beid-seitig gestrichen und sehr stabil. Der Bestrich ermöglicht einen sehr präzisen Druck auf der Vorderseite, doch auch die etwas offenporigere Rückseite lässt sich gut bedrucken.

Chromosulfatpapier lässt sich hervorragend falzen, rillen, prägen und stanzen. Es ist sehr stabil, ohne dabei zu steif zu sein. Nuten brechen nicht aus und halten lange, weshalb sich das Papier ideal eignet für alle Produkte, die häufig auf- und zugeklappt werden.
Daneben lässt sich Chromosulfatpapier auch sehr gut mit verschiedenen Lacken veredeln.

Umschlag – Innenpapier bei der Magazinproduktion
Der Umschlag muss immer abhängig vom Inhaltspapier ausgewählt werden. Beliebt sind glänzend, oder halbmatte Oberflächen in der Covergestaltung. Bei einem Inhaltspapier von 100 g/qm muss der Umschlag mindestens 170, 200 oder manchmal 250 g/qm erreichen, damit der Unterschied zwischen Inhalt und Umschlag erlebbar ist. Auch die Heftstärke spielt eine Rolle. Bei einem Magazin mit etwa 128 Seiten Umfang sollte auch der Umschlag etwas dicker sein.

Grammatur beim Rollenoffset
Die Grenzen liegen im Rollenoffset bei der Grammatur von 130 g/qm in der Spitze und 35 g/qm am unteren Rand. Im Bogen liegt das untere Limit bei 70g/qm.

Auf Papierqualität achten
Ob ein Papier gute Qualität hat oder nicht, kann erst im Druck geprüft werden, vor allem in der Rolle. Zwar können die Papierrollen auf äußere Beschädigungen überprüft werden, aber ob etwa ein Wassersack im Papier ist, sieht man dem Papier von außen nicht an. Ein Wassersack entsteht, wenn etwa bei der Papierherstellung nicht das gesamte Wasser entzogen wurde. Durch das langsamere Wegtrocknen bildet sich dann eine Delle im Papier.

Das wohltemperierte Papier
Das Papierlager darf in der Temperatur nicht unter 10 Grad fallen und eine Temperatur von
25 Grad nicht überschreiten. Bei Kälte wird die Bedruckbarkeit schlechter. Das ist gerade im Winter bei den Lieferzeiten zu beachten. Also wenn frühmorgens der Lkw das Papier erst anliefert und der Druck startet sofort, dann meckert der Drucker, weil das Papier zu kalt ist. Das Papier muss mindestens 24 bis 48 Stunden im Papierlager stehen, bis es sich akklimatisiert hat. Es muss die richtige Temperatur und Luftfeuchte haben, um verdruckbar zu werden. Pohlmann: „In einem Klima in dem sich Menschen wohl fühlen, fühlt sich auch das Papier wohl.“

Coldset – Heatset
Coldset ist die Fraktion der Zeitungsdrucker und Heatset sind die Magazindrucker, die mit Hitze ihre Druckprodukte trocknen. Beide Maschinentypen benötigen unterschiedliches Papier. Heatset-Papiere gibt es in den Varianten matt, halbmatt und glänzend. Heatset-Papiere können noch einmal leicht geglättet sein, ein Umstand der bei den Coldset-Papieren nicht der Fall ist.

FSC Papier
Das FSC-Siegel steht für das eingetragene Warenzeichen „Forest Stewardship Council“ und für zehn weltweit gültige Regeln einer nachhaltigen Waldwirtschaft und den daraus resultierenden Papierprodukten. So soll die ökologische Funktion des Waldes erhalten bleiben, bedrohte Tier- und Pflanzenarten geschützt und die Rechte von Arbeitnehmern und Ureinwohnern gewahrt werden. Ein Wald der das FSC Siegel erhält ist aber nicht völlig unberührte Natur, sondern wird bewirtschaftet. Das FSC-Siegel geht auf den Umweltgipfel 1993 in Rio zurück. Zertifizierte Betriebe sollen einmal im Jahr vor Ort von unabhängigen Gutachtern kontrolliert werden. Die Ergebnisse der Prüfungen werden veröffentlicht.

PEFC
PEFC ist eine Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft,so die Organisation. PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist nach eigenen Angaben in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit 7,3 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

Blauer Engel Papier
Für Blauer Engel-Papier werden keine Bäume gefällt, denn es besteht zu 100% aus Altpapier. Außerdem werden bei der Herstellung rund 60% weniger Energie und 70% weniger Wasser verbraucht als bei der Herstellung von Frischfaserpapier. Der Blaue Engel schützt zudem unsere Gesundheit und garantiert, dass bei der Herstellung keine schädlichen Chemikalien oder optischen Aufheller zugesetzt werden.

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