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AWA 2015 bestätigt rasanten Anstieg der mobilen Internetnutzung

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat die Ergebnisse der Frühjahrswelle der AWA 2015 veröffentlicht. Ein Teil der AWA beschäftigt sich mit der Mediennutzung, die Dr. Johannes Schneller unter dem Titel „Auf dem Weg zu neuen Gleichgewichten? – Stabilität und Dynamik bei den Mustern der Mediennutzung“ zusammengefasst hat. Die Ergebnisse verfestigen Trends und zeigen, dass gerade die Entwicklung der mobilen Nutzung des Internets exponentiell ansteigt. Dabei haben eindeutig das Smartphone, bzw. die mobilen Handheld-Geräte die Nase vorne. Als Basis der AWA 2015 dient die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren.

Rasantes Wachstum der Nutzung des mobilen Internets

Dabei ist das Interessante, dass die meisten Menschen zwei Wege für die Internetnutzung beschreiten: 68 Prozent nutzen einen Laptop, 54 Prozent einen Desktop-PC und 65 Prozent Handheld-Geräte. Hier liegt das Smartphone mit einem Anteil von 59 Prozent vor dem Tablet mit 27 Prozent. Nur eine geringe Rolle spielen E-Reader, die nur von vier Prozent der Bevölkerung zum Surfen eingesetzt werden. Die Nutzung des mobilen Internets ist in der Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren im letzten Jahr um mehr als 15 Prozent gestiegen. Nur die Generation 70 plus springt auf den mobilen Zugang nicht mehr auf. Von den 14-29-Jährigen nutzen 84 Prozent im Frühjahr 2015 ein Smartphone oder Tablet für den Zugang ins Internet. Schaut man auf das Jahr 2012 zurück, so ist dies ein Wachstum von 49 Prozent und die 30-49-jährigen erreichen 47 Prozent.

Was machen die Menschen mobil im Netz?

Eigentlich alles das, was Sie vorher nur mit dem PC getan haben. Denn die mobile Internetnutzung nimmt auf allen Feldern rasch zu. Bei der Information hat das Wetter mit 31 Prozent die Nase vorn vor Veranstaltungshinweisen, gefolgt von Aktuellen Nachrichten zur Politik und Sport. Reiseinformationen, Shopping von Kleidung und Schuhen oder Informationen über Telekommunikationsprodukte sind ebenso beliebt. Weit die Nase vorne hat die persönliche Kommunikation. Da liegen das Versenden von E-Mails, Messenger Dienste wie WhatsAPP oder Musik-Streamen an der Spitze.

Facebook wächst derzeit nicht – bleibt aber weiter auf Platz 1

Interessant ist, dass die Nutzung von redaktionellen Inhalten derzeit auf der Stelle tritt. Dies gilt ebenso für politische Nachrichten, wie für Themen aus der Wirtschaft, aber auch aus Sport, Kultur oder aus dem Bereich Stars und Prominente, die sogar eine Abwärtstendenz zeigen. Dies gilt auch für konsumnahe Informationen oder Video und Audio-Angeboten. Bei den Videos konnten nur die mobilen Angebote stark zulegen. Bei den sozialen Netzwerken kann man fast von einer Monopolstellung von Facebook sprechen, wenn man die Zahlen der Nutzer pro Woche sieht. Dies sind bei Facebook 40 und bei Google+ lediglich 12, Xing erreicht 5 und LinkedIn 2 Nutzer pro Woche.

Alle anderen Medien hat das Internet bei der Frage überholt, wenn Menschen sich gezielt über ein Thema informieren möchten und das in gerade einmal 13 Jahren. Auch das Fernsehen, das allerdings bei der tagesaktuellen Information vor der Zeitung, dem Radio und dem Internet liegt. Die Frühjahrswelle der AWA 2015 kommt daher zu dem Schluss, dass das Internet eine ergänzende und komplementäre Nachrichtenquelle sei. Denn 81 Prozent der Nutzer von Nachrichten, haben sich am gleichen Tag auch in anderen Newsmedien informiert. Zudem kommt liefert die Frühlingswelle die Erkenntnis, dass das Internet für den Nachrichtenüberblick dient, eine Vertiefung aber in der Zeitung, bzw. auf Papier stattfinde. Die AWA-Frühjahrswelle macht eines besonders deutlich: Es ist höchste Zeit, sein mobiles Kommunikationsangebot, aber auch E-Commerce-Angebote für die gestiegene Nutzerzahl der Endgeräte zu optimieren. Außer meine Zielgruppe liegt bei den über 70-Jährigen. Für alle anderen gilt: „Mobile first“.

Foto: Tyler Olson / shutterstock.com

 
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