Inspiration
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Zwischen Träumerei und Fokus – Wie Menschen Inspiration finden

Inspiration. Was ist das eigentlich? Wie bekommt man sie? Und was bedeutet das ganze konkret? Fragen über Fragen zu einem Thema, das eigentlich jeder kennt und das doch so vieles offen lässt. Inspiration kommt aus dem Lateinischen von inspiratio (Beseelung, Einhauchen) und bedeutet so viel wie Eingebung oder Erleuchtung. Künstler*innen, Musiker*innen oder Autor*innen — sie alle brauchen eine Eingebung oder erleuchtende Idee, um etwas Kreatives zu schaffen.

Wie funktioniert das genau? Wie finden Menschen Inspiration?

Einige sehen den Schlüssel in unbekannten Dingen. Neue Menschen, Orte oder Kulturen kennenzulernen erweitert den Horizont. Mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen, ist tendenziell sicher nie falsch, um neue Ideen »eingehaucht« zu bekommen. Andere wiederum sind auf der Suche nach Inspiration lieber in Stille, mit sich und ihren Gedanken allein. Zug fahren, Spazieren gehen oder Sport machen lautet hier die Devise. Die Anzahl der Möglichkeiten zur Inspiration zeigt auch die Vielfältigkeit, die Inspiration für verschiedene Menschen bedeuten kann. Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Interpretation von Inspiration und für jeden funktioniert sie scheinbar auf eine andere Art und Weise. Wir sind der Sache genauer auf den Grund gegangen und haben dafür interessante und kreative Persönlichkeiten gefragt, was Inspiration für sie ganz persönlich bedeutet. Ihre Geschichten finden Sie in den nächsten Wochen hier.

Quelle von Inspiration

Felsbrocken, die zufällig in eine exakt richtige Position gerollt sind – entdeckt und fotografiert von dem Künstler und Designer Andreas Reichlin.

Ergebnis von Inspiration

Die archaisch-reduzierte Form des Feuerrings – geschaffen von Andreas Reichlin.

Andreas Reichlin – Künstler und Designer

Andreas Reichlin möchte die Kraft der Kunst im Arbeitsalltag erhalten und gemeinsam mit dem Feuerring-Team Zeitfenster schaffen, um dort Energie und Kreativität aufnehmen zu können. Sie leben und arbeiten in Immensee im Kanton Schwyz. Andreas ist der Erfinder und Schöpfer des Feuerrings, einer funktionalen Skulptur, die Genuss und Ästhetik optimal vereint. Der Feuerring ist als DAS ORIGINAL vielfach mit Awards ausgezeichnet und in der ganzen Welt im Einsatz.

Im Moment des Tuns musst du alles vergessen

»Einfach die Noten zu spielen ist Mathematik, wenn man darüber hinaus will, muss man die Noten vergessen, dann spielt die Musik.«

Inspiriert werde ich, wenn ich in den Bergen bin. Sehr gerne oberhalb der Waldgrenze, wo alles reduziert und einfach ist, sehr archaisch. Dort fühle ich mich ganz wohl. In letzter Zeit fotografiere ich dort viele Steine – große Felsbrocken, die von den Bergen hinuntergestürzt sind. Mich fasziniert, dass Sie exakt richtig liegen und das Bild perfekt füllen, obwohl sie eigentlich nur zufällig ausgerollt sind. Inspiration finde ich auch durch die Neugierde, das fasziniert mich immer. Auch die Neugierde anderer Menschen. Offen zu sein für das Unbekannte, die Neugierde etwas Neues zu entwickeln. Die Augen und Ohren zu öffnen und mit allen Sinnen wahrzunehmen. Das kann für mich eine kleine Erkenntnis sein, um dann von diesem Punkt weiterzugehen, zu suchen und zu entwickeln. Es dann immer weiter zu verbessern und so auf den Punkt zu bringen, bis ich das Gefühl habe, jetzt ist es vollendet. Da muss nichts mehr dazu, getan oder weggenommen werden.

Eins meiner Lieblingszitate ist von Alberto Giacometti: »Du musst alles kennen und alles wissen – Im Moment des Tuns musst du alles vergessen.« Es muss schließlich intuitiv kommen. Ein Musiker muss sein Instrument in allen Facetten so kennen, dass er es virtuos beherrscht und es intuitiv spielen kann. Einfach die Noten zu spielen ist Mathematik, wenn man darüber hinaus will, muss man die Noten vergessen – erst dann spielt die Musik.

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