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Wie Inspiration Ideen macht

Benjamin Pleissner, Marketing- und Kommunikationsstratege, ist Head of Strategy bei BBDO. Er entwickelt Marken- und Kommunikationsstrategien für nationale und internationale Marken. Er hilft dabei Businessprobleme kulturell-kreativ zu lösen. 

»Je mehr Elemente ich in meinem Fundus habe, desto eher und wahrscheinlicher ergeben sich daraus neue, spannende, inspirierende Kombinationen.«

Keine Inspiration, kein schaffen.

Warum reden so viele Menschen so oft über Inspiration? Wieso hat Inspiration eine so große Bedeutung? Was macht sie wichtig und unverzichtbar? Um diese Fragen zu beantworten, muss man die Funktion und Notwendigkeit von Inspiration verstehen. Inspiration ermöglicht Ideen. Ideen braucht es für Lösungen. Und Lösungen braucht es für Probleme. Architekten wollen statische Probleme ästhetisch lösen. Künstler wollen persönliche Auseinandersetzungen mit Themen ansprechend in Texten, Bildern, oder Melodien verpacken. Als Marketing- und Kommunikationsstratege löse ich Businessprobleme für Marken. Vor allem mit Kommunikation. Inspiration ist der erste Schritt zu einer Idee, die schließlich ein Problem löst. Es gilt also eine einfache Formel: Inspiration führt zu Ideen. Ideen lösen Probleme. Ohne Inspiration keine Idee. Ohne Idee keine Lösung.

Nichts ist original.

Nach James Webb Young ist eine Idee »nothing more or less than a new combination of old elements«. Eine Idee wird geschaffen, indem Bestehendes genutzt, geändert oder neu verbunden wird. James Webb Young’s Definition einer Idee folgend bedeutet: Je mehr Elemente ich in meinem Fundus habe, desto eher und wahrscheinlicher ergeben sich daraus neue, spannende, inspirierende Kombinationen, sprich Ideen.

Inspiration liegt auf der Strasse.

Wo lässt sich Inspiration finden? In seinem Buch »Decoded« erklärt der US-amerikanische Rapper Jay-Z, was manche Menschen kreativer macht als andere. Er schreibt: »Artists can have greater access to reality; they can see patterns and details and connections that other people, distracted by the blur of life, might miss.« Die wahre Kunst ist es, im Alltag nicht die Weitsicht zu verlieren. Wer sich die Fähigkeit bewahrt, das Besondere im Alltäglichen zu sehen, wird Inspiration an vielen Orten finden. In Büchern, in Artikeln, in Musik, im Museum, in der Straßenbahn, im Biergarten, auf der Straße. Wichtig ist es zuzulassen, dass Inspiration passiert. Ein hilfreicher Tipp kommt dazu von Sir John Hegarty: »Do interesting things and interesting things will happen to you.«

Inspiration ist, was du draus machst.

Wenn nichts original ist, weil eine Idee nicht mehr und nicht weniger ist als die Kombination von bestehenden Elementen, dann ist auch die Diskussion obsolet, ob eine Idee echt, kopiert oder geklaut ist. Wichtig ist nur, dass etwas Neues, Inspirierendes geschaffen wird. Der französisch-schweizerische Regisseur Jean-Luc Godard bringt es auf den Punkt: »It’s not where you take things from. It’s where you take them to.«

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