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Schaffrath medien – Familie, Innovation und Erfolg

Klaus Schaffrath kann man stundenlang zuhören. Er ist kein Patriarch, sondern Unternehmer mit ganzem Herzen. Nicht nur, wenn er aus den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Krieg erzählt, als man mit den Papierlieferanten noch bei mitgebrachten Leckereien vom Niederrhein verhandelte, um an den begehrten Rohstoff zu kommen, auf dem ein Drucker drucken kann, oder wenn er von den Jahren des Wirtschaftswunders und Aufstiegs erzählt, sondern weil er für einen klassischen Typ des deutschen Unternehmers aus dem Mittelstand steht und dessen Tugenden wie kaum ein Zweiter repräsentiert. Zupacken, wenn sich Chancen und Innovationen bieten, dafür aber auch immer Maßhalten, operieren mit den Möglichkeiten eines Mittelständlers, nicht übermütig werden und für die Mitarbeiter Sorge tragen. Bei Jan und Martin Schaffrath merkt man deutlich, dass diese Tugenden der Familie Schaffrath, die das Unternehmen seit 1743 prosperieren lassen, ebenfalls tief verankert sind.

Auf dem Foto Martin, Klaus und Jan Schaffrath

Seit 1743 werden in Geldern bei schaffrath medien hochwertige Medienerzeugnisse produziert. Seit 1770 verbindet man mit Druckprodukten made in Geldern einen Familiennamen: Schaffrath – als Nicolaus Schaffrath von Friedrich dem Großen die Erlaubnis zur Fortführung der Lettern-Gießerey und Buchdruckerey erhielt. Seit 1970 hielten die Rheinische Post und seit 1977 der Deutsche Ärzteverlag Anteile an schaffrath medien. Beide Anteilseigner verließen das Unternehmen zum 31. Dezember des vergangenen Jahres in gegenseitigem Einvernehmen. Ab dem 1. Januar sind die Familien Schaffrath alleinige Gesellschafter der L.N. Schaffrath DruckMedien, Schaffrath DigitalMedien und der schaffrath concept.

Die Familie wird aus der bisherigen Struktur jetzt als Vollgesellschafter wieder Fuß fassen und ihr Engagement fortsetzen. Martin und Jan Schaffrath machen deutlich, dass dies in der Familie auf großes Interesse stoße. Zum einen fühle man sich den Vorfahren verpflichtet, aber dies sei nicht das ausschlaggebende Momentum gewesen: „Wir als Familie wissen, was wir diesem Unternehmen zu verdanken haben. Uns geht es recht gut. Das hat damit zu tun, dass dieses Unternehmen immer erfolgreich gearbeitet hat. Wir fühlen uns auch mit den Mitarbeitern verbunden, die hier tätig sind.“

Dirk Alten, Geschäftsführer schaffrath medien: „Der Dialog zwischen Gesellschaftern und Geschäftsleitung war geprägt von Vertrauen und richtete sich ausschließlich am Wohl der Zukunft von schaffrath medien und seiner Mitarbeiter aus. Dafür dankt die Geschäftsleitung allen Gesellschaftern, auch im Namen der Belegschaft, ausdrücklich. So bleibt der Deutsche Ärzteverlag, der führende medizinische Fachverlag Deutschlands auch weiterhin der größte Kunde von schaffrath medien und der Druckvertrag für den Titel „Deutsches Ärzteblatt“ wurde bis 2020 verlängert. Dies ist ein wertvoller Beitrag für die Sicherung des Standortes in Geldern und wir sind dem Deutschen Ärzteverlag für dieses Engagement sehr dankbar.“

Allerdings stellt man sich bei schaffrath medien auf die Veränderungen in den Märkten auf. Kleinere Auflagen, dafür aber mehr Titel mit einem auf immer speziellere Zielgruppen zugeschnittenen Programm erfordern auch heute noch ständige Innovationen und Weiterentwicklungen in der Vorstufe, dem Druck, der Weiterverarbeitung und der Logistik. Beste Beratung der Kunden ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Firmenphilosophie von schaffrath medien. Geschäftsführer Dirk Alten sieht schaffrath medien gut gerüstet: „Wir bieten heute dem Kunden umfassende Beratung, also Entscheidungshilfe, an. Die Verbindung zwischen Print und Online, die Schnittstellen müssen definiert werden. Wie verarbeitet man, wie vereinzelt man heute Medienprodukte, wie gestalte ich möglichst viele Versionen aus einem Heft, aber immer noch so, dass produktionstechnisch diese Prozesse abgebildet werden können? Das ist die Herausforderung. Unsere Lösung ist, dass wir unsere Kunden heute ganzheitlich bedienen und unser Angebot auf sie individuell zuschneiden: digital, mobil und im Druck.“

Schaffrath ist immer durch eine hohe Innovationsfreudigkeit gepaart mit den richtigen unternehmerischen Entscheidungen zum passenden Zeitpunkt gewachsen. Wichtig für den Mittelständler war dabei, die Bodenhaftung nie zu verlieren. Entwicklung im Rahmen der Möglichkeiten immer im Sinne des Kunden, dabei auch in deren Sinn immer sparsam, aber nie knauserig. Gemeinsam Wachsen und so beiderseitige Prosperität sichern. Dies zeigt sich alleine schon an der langen gemeinsamen Wegstrecke mit der Rheinischen Post und dem Deutschen Ärzteverlag, der auch jetzt noch nicht zu Ende ist, sondern nur in eine neue Form transformiert wurde. Jan Schaffrath stellt fest: „Für das Unternehmen war es eine fruchtbare Zeit mit den Gesellschaftern.“ Und Klaus Schaffrath ergänzt, dass einen guten Unternehmer auszeichne, dass er immer nach der Verwendbarkeit der Möglichkeiten frage.

Die Zukunft des Unternehmens bleibt gesichert. Dirk Devers, Geschäftsführer Schaffrath DruckMedien: „Mit der Familie Schaffrath als alleinigem Gesellschafter an unserer Seite sind wir – gemeinsam mit den Mitarbeitern – stolz das Familienunternehmen und den guten Ruf von »Erstklassige Medien – made in Geldern« zu festigen und weiterhin weit klingen zu lassen und freuen uns auf das 275-jährige Firmenjubiläum in 2018.“

Die gesamte Geschichte lesen Sie in der KNOW!S 01-2017, die wir Ihnen auf Anfrage pape(at)publishinghub.de gerne zukommen lassen.

Foto: Rainer Holz

 
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