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Plötzlich diese Sicherheit

Endlich stehen sie drin: die Fake News. Der Duden, das Standardwerk der deutschen Rechtschreibung, hat in seine 27. Auflage eine Vielzahl von Wörtern aufgenommen, die unter anderem im Medienbereich längst gängig sind. Die Unsicherheit, was die korrekte Schreibweise ursprünglich fremdsprachiger Begriffe oder Neologismen wie „Tablet“, „twittern“, „liken“ oder „Web 2.0“ angeht, weicht damit gültigen Regeln.

Egal, ob in digitaler oder in gedruckter Form: Wir alle lesen täglich große Mengen Text – Zeitungen, Magazine, Facebook-Postings, WhatsApps, Tweets oder E-Mails. Vor allem im Internet lesen (und schreiben) wir viel: Immerhin nutzen 80 % der Menschen in Deutschland Social Media (Stand: 2016), und rund 68 % lesen online Nachrichten und Zeitungen (Stand: 2014). Was in privater E-Mail- oder Facebook-Kommunikation öfter vernachlässigt wird, spielt in professioneller (Online-)Kommunikation und im Print eine überaus wichtige Rolle: die korrekte Rechtschreibung. Natürlich kann selbst der größte Blödsinn orthografisch fehlerfrei daherkommen, ein Artikel voller Flüchtigkeitsfehler weckt bei vielen Lesern allerdings Zweifel an der Seriosität und Kompetenz des Absenders sowie an der Richtigkeit des Geschriebenen. Wer einen klaren Gedanken schätzt, schätzt meist auch die Form, in der er sich ausdrückt.

Im viel beschworenen „Zeitalter der digitalen Medien“ und des mehrsprachigen Medienkonsums steigt die Anzahl neuer Wörter vor allem englischen Ursprungs im Deutschen täglich. Unser Sprachgebrauch passt sich hier relativ schnell an: Wir „liken“ einen „Post“, wir „entfreunden“ jemanden auf Facebook, wir verfolgen einen „Livestream“ im Netz und achten auf „Klickzahlen“. Bis es allerdings zur Aufnahme solcher Wörter in den Duden bzw. zur Verwandlung in ein Lehnwort kommt, das den Regeln der deutschen Rechtschreibung angepasst wird, dauert es meist etwas. Und das aus gutem Grund: Viele Wörter, die gestern noch aktuell erschienen, sind heute schon wieder in Vergessenheit geraten oder werden nur von einem sehr kleinen Sprecherkreis verwendet.

Nun ist im August 2017 die 27. Auflage des Duden erschienen; mehr als 5000 neue Wörter stehen drin, die den aktuellen Entwicklungen im Wortschatz Rechnung tragen sollen. Über deren Aufnahme in den gelben Klassiker lässt sich wie immer vorzüglich streiten, vor allem bei Wörtern aus dem Bereich der Umgangssprache („Arschrunzeln“, „gegenchecken“, „karrieregeil“). Aus dem Internet-, Medien- und Technikbereich sind einige Neuzugänge dabei, über deren Groß- oder Klein-, Getrennt- oder Zusammenschreibung sich Textproduzenten nun endlich keine Gedanken mehr machen müssen: „Messaging“, „taggen“, „Web 2.0“, „Selfiestick“, „Social Bot“, „pixelig“ oder „facebooken“ sind einige Beispiele für die schönen neuen deutschen Wörter. Vorbei die Frage, ob man ein Urlaubsfoto der Bundeskanzlerin „geliked“ oder „geliket“ hat, weil man weiß: Man hat es „gelikt“. Auch wenn das, vielleicht, gewöhnungsbedürftig aussieht.

Übrigens schon seit 2000 im Duden, aber immer noch in diversen Falschschreibungen anzutreffen: die E-Mail. Nicht „eMail“, „Email“ oder „e-mail“ – einzig „E-Mail“ ist korrekt. Die „Mail“ erreicht ihren Empfänger aber auch und wird als zulässige Kurzform ebenfalls nicht rot angestrichen.

 

Foto: Screenshot/Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 27. Aufl. Berlin 2017

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