DigitalMedien
2 Min

Die Bild- und Designtrends ermittelt von shutterstock

Der Bilddienstleister shutterstock – zugehörig zu Microsoft – veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Trendberichte. Diese stellt der Stockfoto-Anbieter aus den Auswertungen seiner Suchanfragen und heruntergeladenen Bildern zusammen. Auffällig ist dabei, dass gerade Naturmotive oder Motive mit natürlichen oder natürlich anmutenden Strukturen ganz oben auf der Hitliste der Bildsucher stehen.

So nahmen die Suche nach weißen Texturen um 482 Prozent zu. Sie vermitteln einen 3-D-Effekt oder machen aus langweiligen weißen Flächen leicht strukturierte und individuell wirkende Flächen, die dennoch für Flat-Design stehen. Auch die Sehnsucht nach historischen Motiven scheint gewachsen. Gefragt sind bunte Muster wie aus den 80/90er Jahren des letzten Jahrhunderts, bekannt aus Zeiten, als das Magazin „Tempo“ stilprägend war. Gesucht werden auch Rapporte, die selbst in Schwarz-Weiß an Tiger- oder Leopardenfell erinnern und auf denen Typo dann auf weißen Fonds aufgebracht werden. Der gute alte, bunte Röhrenmonitor wird in Zeiten von Flachbildschirm und Tablet als Visualisierung für Bewegtbild wieder en Vogue. Logos und Signets, die an den Wilden Westen oder das Amerika des letzten Jahrhunderts erinnern, gefallen zudem. Anscheinend greifen die Kreativen in unsicheren Zeiten, in denen die Zukunft nebulös erscheint, gerne auf bekannte und tradierte Sujets zurück. Retro-Look ist im Mainstream angesagt.

Dazu passen auch die Rasterbilder, die wieder in Mode kommen und an Rasterfolien erinnern, die man vor Erfindung des Apple-Macintosh Mäusekinos noch von Hand aus Folien des Unternehmens Letraset aufgerubbelt hat. Natürlich sind diese heute raffinierter und bunter und zeigen mehr Raffinesse oder überzeugen durch eine Glow-Anmutung. Aber auch dieser Trend erinnert an Vergangenes, als Zeitungen noch im groben 48er Raster oder darunter gedruckt wurden oder der analoge Film bei 1600 ASA ordentlich rauschte, was durch das Scannen der Filme noch verstärkt wurde. Beide Trends, Muster und Raster, erinnern an die glorreichen Zeiten, als die Pop Art ihren Höhepunkt erreichte und ganz Designer-Deutschland nach Köln in das Museum Ludwig reiste, um die Arbeiten von Warhol oder seinen Zeitgenossen Roy Lichtenstein, Jasper Johns, James Rosenquist und Robert Rauschenberg zu sehen. Es ist dieser Look von klassischer Gebrauchsgrafik, die eine Renaissance erfährt.

In Bildern sind die sogenannten Head-Up-Displays gefragt, deren Abfragerate um 135 Prozent gestiegen ist. Also Zusatzinformationen, die in Bilder eingeblendet oder Infografiken wie Instrumententafeln wirken lassen. Zahlen, Daten und Fakten, die eine zweite Dimension, die des Big Data einfließen lassen. Neu, aktuell und modern sind alle Arten von Emojis, die einen Zuwachs von 328 Prozent erlebten. Sie sind international, global und emotional zu verstehen. Bei den technikaffinen Bildabfragen dominieren die Themen Cybersicherheit, Virtual Reality, Flüchtiges Internet und Industrie 4.0. Im Bereich der Sozialen Netzwerke bestimmen eine gedeckte Farbpalette, Reflexion oder Farbakzente die Trends 2017. Motive aus der Natur oder Naturphänomene sind zudem stark nachgefragt. Bei den Designtrends setzt man gerne auf extrem auffällige Gegensätze, also organische Texturen gegen präzise Hochtechnologie. Und soll es einen Hauch exotisch sein, dann sind Motive aus den Tropen besonders beliebt.

Illustration: Stock_VectorSale/www.shutterstock.com

DigitalMedien