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Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eröffnet Jubiläumskongress der Zeitungen in Berlin

„Zeitungen sind für die Zivilgesellschaft systemrelevant“, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, bei der Eröffnung des BDZV-Zeitungskongresses heute in Berlin vor mehr als 500 Teilnehmern. In einer zunehmend atomisierten Informationskultur seien die Zeitungsmarken Garanten für professionell recherchierte Nachrichten und sorgten für eine Einordnung des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehens.

Heinen hob hervor, dass der tiefgreifende Transformationsprozess in der Zeitungsbranche noch längst nicht abgeschlossen sei. Es sei erfreulich, dass über Smartphones und Tablet-PC auch ganz neue Zielgruppen erreicht würden, doch bei den digitalen Angeboten seien wirklich nachhaltige Geschäftsmodelle noch nicht gefunden. Diese seien allerdings notwendig zur langfristigen Finanzierung von professionellem Journalismus. Heinen sprach von einem langen Atem, der nötig sei um eine Bezahlkultur für digitale Produkte zu etablieren und er forderte die Ausdehnung des reduzierten Mehrwertsteuersatz auch auf digitale journalistische Medien.

Mit 22 Millionen verkauften Zeitungsexemplaren, 44,5 Millionen Lesern der gedruckten Ausgaben und 31 Millionen regelmäßigen Besuchern der Websites sei Deutschland der größte Zeitungsmarkt in Europa und der fünftgrößte der Welt. Zum Thema Datenschutz führte der BDZV-Präsident aus, dass dieser ein hohes Gut sei. Doch dürften gesetzliche Regulierungen nicht dazu führen, dass die Kommunikation zwischen Verlagen und ihren Lesern blockiert werde. Heinen mahnte an, dass bei vielen Gesetzgebungsverfahren die besonderen Auswirkungen auf die Presse oft zu spät oder gar nicht erkannt würden. So würden die Zeitungen immer wieder von Kollateralschäden getroffen, obgleich sie gar nicht im Zentrum der politischen Ziele stünden.

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