Qualität sieht man. Das ist im Journalismus genauso wie im Druck-Geschäft. Aber während Journalismus ein offener Beruf ist und es für Redaktionen keine Gütesiegel gibt, benötigen Drucker Zertifizierungen – offizielle Urkunden, die einen gewissen Qualitätsstandard belegen. Schaffrath medien kann alle nötigen Zertifikate vorweisen – und noch viel mehr, online wie offline. Martin Sellmann (Technischer Betriebsleiter schaffrath medien) und Alexander Hornen (Geschäftsführer Schaffrath DigitalMedien) erklären, warum.

Schaffrath ist seit 1743 als Druckerei erfolgreich. Braucht man da DIN-A4-Seiten an der Wand, die die Kompetenz noch einmal bestätigen?
Sellmann: Ja, es gibt beispielsweise Kunden, die Aufträge nur an zertifizierte Druckereien vergeben oder die sich so eine konstantere und höhere Druckqualität versprechen. Aber es gibt sehr unterschiedliche Gründe, warum sich auch eine erfolgreiche Druckerei zertifizieren lassen und in die Qualitätsentwicklung investieren sollte. Auslöser müssen nicht teure Fehlproduktionen oder unzufriedene Kunden sein, die man zu verlieren droht. Es reicht die Einsicht, dass Qualität sich weder automatisch einstellt noch gratis zu haben ist.

Deswegen haben Sie zum Beispiel eine ProzessStandard-Offsetdruck-Zertifizierung (PSO) durchlaufen?
Sellmann: Richtig. In unserem Fall ist das aber mehr als nur eine „Urkunde“. Wir haben uns für das Produkt LIVING PSO! entschieden. Das heißt, unsere Maschinen werden mehrmals pro Jahr nach PSO in Begleitung eines externen Prüfers „abgedruckt“. Auch unsere Mitarbeiter müssen verstehen, worum es geht. Sie müssen dieses Qualitätsbewusstsein schließlich auch den Kunden gegenüber vertreten können. Erfahrungsgemäß versprechen sich viele von ihnen durch das Qualitätsengagement ihres Druckdienstleisters einiges an Qualitätssteigerung und sind oft sehr interessiert an Details.

ProzessStandard Offsetdruck (PSO): Dieses zertifizierte Qualitätsniveau definiert die von den Branchenforschungsinstituten Fogra und Ugra standardisierte industrielle Produktion von Printmedien in der gesamten Herstellungskette. Damit bleibt die Güte der Druckerzeugnisse immer auf einem identisch hohen Niveau, und zugleich ist die Wirtschaftlichkeit der Produktionsprozesse garantiert. Der ProzessStandard Offsetdruck macht Qualität vorherseh- und nachweisbar.
 

Herr Hornen, auch der Bereich Schaffrath DigitalMedien punktet mit Zertifizierungen. Sie sind nun TYPO3 Business Partner mit Gold-Status. Das ist eine eher seltene Auszeichnung, oder?
Hornen: Um das Label TYPO3 Business Partner zu erhalten, ist erheblicher Aufwand nötig: zeitlich, personell und finanziell. Aber dieser Aufwand zahlt sich aus: für die Kunden und die Community.

Inwiefern zahlt sich das für mich als Kunde aus?
Hornen: Um eine Website mit TYPO3 aufzusetzen, muss man kein Experte sein. Aber selbst gestandene Web-Spezialisten kommen schnell an ihre Grenzen, wenn deren TYPO3-Know-how nur oberflächlich ist. Dann schlägt die Stunde der Experten. Zu uns kam einmal hilfesuchend ein Unternehmen, das sich eine TYPO3-Website von einer anderen Agentur hatte erstellen lassen – mit einem fatalen Problem: Die Ladezeit der Seite betrug 6 Sekunden, und die alte Agentur war ratlos. Wir konnten die Ladezeit auf 0,4 Sekunden reduzieren. Das geht natürlich nur, wenn man TYPO3 durch den Austausch mit den Machern, durch anspruchsvolle Weiterbildungen und durch viel Erfahrung aus dem Effeff kennt.

TYPO3: Das freie Content-Management-System TYPO3 ist mit mehr als einer halben Million aktiven Installationen eine der wichtigsten Stützen des Internets. Da es Open Source ist, fallen für TYPO3-Websites keine Lizenzkosten an. Aber der Code schreibt sich nicht von selbst: Hunderte Entwickler arbeiten ehrenamtlich an der Pflege und Weiterentwicklung von TYPO3 mit. Schaffrath setzt TYPO3 seit über 10 Jahren erfolgreich ein.
 

Ihr Team verfügt nach intensiven Schulungen und anspruchsvollen Prüfungen jetzt über insgesamt 17 TYPO3-Zertifizierungen. Wie zertifiziert man sich im Druckbereich, Herr Sellmann?
Sellmann: Um korrekte Belichtungskurven zu erhalten, wird zuerst eine unkalibrierte, aber linearisierte Platte angedruckt. Dabei ist das Ziel, mit den CMYK-Druckfarben möglichst nahe an die geforderten LAB-Werte zu gelangen. Die Messung erfolgt manuell mittels des zugehörigen Spektralfotometers. Dabei wird direkt nacheinander zuerst spektral und danach densitometrisch gemessen. Das definiert dann die standardmäßig zu druckenden Dichten der Farben. Die Auswertung des Testbogens mittels entsprechender Software erzeugt dann eine erste Druckkennlinie, die für den nächsten Testdruck verwendet wird. Dessen Auswertung wiederum optimiert die Druckkennlinie – meist ist nach spätestens dem dritten Durchgang die PSO-Zertifizierung erreicht.

Das klingt nach viel Aufwand. Ergeben sich für Sie im alltäglichen Betrieb daraus auch Vorteile?
Sellmann: Das herkömmliche PSO-Zertifikat wäre etwas weniger aufwendig. Da gäbe es nur eine einmalige Stichtagskontrolle pro festgelegtem Zeitraum. Aber mit LIVING PSO! haben wir mehr Prozesssicherheit durch die Überwachung der Produktion, klarere Produktionsabläufe, weniger interne Rückfragen durch bessere abteilungsübergreifende Kommunikation und ein ganzheitliches Verständnis der Prozesskette.

 
TYPO3-Zertifizierung
Alexander Hornen
02831 925–534
hornen(at)schaffrath-digital.de

 

 
PSO-Zertifizierung
Martin Sellmann
02831 396–216
martin.sellmann(at)schaffrath.de

Foto: schaffrath medien