Am heutigen 29. Juli 2015 startet Adobe mit der Digital Publishing Solution in eine neue Ära des digitalen Publizierens. Ingo Eichel von Adobe Systems erklärt im Interview mit KNOW!S die Content und Reading First Experience. Damit beginnt eine neue Dimensionen des Storytelling auf mobilen Endgeräten. Bei Schaffrath DigitalMedien ist man auf den Start der Digital Publishing Solution bereits gut vorbereitet.

Alexander Hornen, Geschäftsführer von Schaffrath DigitalMedien ist richtig begeistert, wenn er über die neue Adobe DPS spricht. Man habe sich mit dem Produkt bereits intensiv auseinandergesetzt und eigene Tools, wie der Entitlement-Server [ Link zur Microsite Entitlement Server | Link zum Erklärvideo: So funktioniert der Entitlement-Server], seien Adobe Digital Publishing Solution ready. Soll heißen: Wer jetzt mit der neuen Solution durchstarten will, der kann sich auf die gewohnten Services von Schaffrath bereits verlassen und findet dort ein DPS begeistertes Team vor.

Ein tolles Tool für Corporate Publishing

Besonders für Kunden die Content publizieren wollen, sei die neue Solution eine tolle Möglichkeit ihr Corporate Publishing voranzubringen, oder ein Online Magazin mit tollen neuen Features zu starten. Gerade für den Mittelstand ist die neue Lösung sehr attraktiv, findet auch Marion Pape, die bei schaffrath concept das Corporate Publishing verantwortet: „Mit der neuen Adobe Publishing Solution können gerade Mittelständler ihre interessanten Produkte und Dienstleistungen noch passgenauer für eine vielschichtige Kundenstruktur kommunizieren.“

Anders als bei der Vorgängerversion der Digital Publishing Suite unterstützt die neue Solution das Artikel basierte Publizieren. Also, nicht mehr ein ganzes Magazin wird abgebildet, sondern Artikel werden eingespielt und diese werden in den so genannten Kollektionen zu Themensammlungen oder Rubriken zusammengefasst. Wie das geht und warum sich Adobe zu diesem Schritt entschlossen hat, erklärt Ingo Eichel, Business Development Manager M&E von Adobe Systems, im KNOW!S Interview:

KNOW!S: Herr Eichel, fünf Jahre ist ein langer Zeitraum für eine neue Version der Adobe DPS. Warum hat sich Adobe mit einer grundsätzlichen Weiterentwicklung der DPS so viel Zeit gelassen?

Ingo Eichel: Wir müssen hier in der Entwicklung differenzieren. Die Digital Publishing Suite wurde im agilen Entwicklungsverfahren weiterentwickelt und es gab ständig Updates. Aber wir haben nach fünf Jahren gemerkt, dass wir ein paar Dinge grundsätzlich anders aufsetzen müssen. Jetzt haben wir mit der Digital Publishing Solution eine komplett neue Plattform entwickelt, die sich grundsätzlich von ihrer Vorgängerversion unterscheidet.

Was ist das grundsätzlich Neue an der Solution gegenüber der Suite?

Wir stellen das Print-Paradigma auf den Kopf. Das, behaupten wir erst einmal so und es funktioniert erstaunlich gut. Mit der Solution gestatten wir ein Artikel basiertes Publizieren. Schauen wir doch einmal fünf Jahre zurück. Es gab die Ausgabe eines Printmagazins. Heftstruktur, Artikel innerhalb dieser Form, Fotos, Layouts wurden festgelegt und dann wurde publiziert. Gedruckt oder eine Tabletversion erstellt.

Mit der Solution drehen wir das ganze herum und sagen: Ich publiziere zunächst einen einzelnen Artikel. Erst danach schaffe ich eine Klammer, die wir Sammlung oder Kollektion nennen. Die kann wieder eine Ausgabe sein, wie vor fünf Jahren. Muss sie aber nicht. Die Artikel, sofern ich über mehrere aus ein und dem selben Genre verfüge, können auch zu Themen zusammengefasst werden. Das kommt dem Leser entgegen, der ja, wenn er sich für einen Stoff interessiert, möglichst viel zu diesem finden will. Und ich kann die Kollektionen auch noch mit einer kaskadierenden Struktur versehen. Das Gute daran ist: Inhalte müssen nicht mehr mehrfach publiziert werden, sondern können in unterschiedlichen Kollektionen zu Themen und/oder Ausgaben zusammengefasst werden.

Kann ich dann auch Artikel aus meinem Online- und Printangebot verschränken?

Ja genau. Der Leser, der meine App zum ersten Mal aufmacht, sieht sofort die Kollektionen, also Spezials, die ich anbiete. Wo die Inhalte ursprünglich standen spielt keine Rolle. Jetzt müssen sich Leser nicht mehr durch Inhalte quälen, die sie gar nicht interessieren, sondern tauchen sofort in die für sie interessante Themenwelt ein. Wir gehen davon aus, dass sie dann auch stärker interagieren.

Kommt ein neuer Artikel hinzu, der in dieses Spezialgebiet passt, wird dieser – vorausgesetzt er ist mit dem richtigen Stichwort, also Tagg versehen – automatisch dieser Sammlung hinzugefügt. Der für die Publikation Verantwortliche muss also das Spezial nicht jedes Mal neu anpassen und neu publizieren. Zum Launch der Solution wird auch die App der Swiss Airlines, die „Swiss Universe“, mit ihrem neuen Konzept live gehen. Dies wurde schon mit der Solution umgesetzt. Dort finden Sie in der App nicht mehr die Heftstruktur des gedruckten Magazines, sondern Sonderrubriken wie People, Places und Pleasure. Die Leser steigen hier also über Themen ein und erhalten so einen völlig neuen Zugang und Lese-Erlebnis. Das Projekt wurde von der Münchner Agentur Docmine umgesetzt.

Wie gehen denn Anwender der Suite am Besten mit dem Launch der Solution um und wie Neueinsteiger?

Wenn ich jetzt ganz neu anfange, sollte ich definitiv die neue Version anschauen. Diese hat die schon beschriebenen grundlegende Verbesserungen, wie kontinuierliches Publizieren, das dem modernen Leseverhalten von Nutzern entgegenkommt. Zudem ist sie für alle Plattformen verfügbar. Und ich habe ein richtiges Enterprise Management System im Hintergrund, wo ich Rollen und Rechte verteilen kann. Das sollte ich mir auf jeden Fall anschauen. Passt dieses Angebot zu meinem Projekt, dann sollte ich mit der neuen Version arbeiten.

Kunden, die auf der bestehenden Version der Adobe Digital Publishing Suite arbeiten, bekommen ab Ende dieser Woche auch parallel einen Zugang zur Digital Publishing Solution. Sie können dann damit arbeiten und diese ausgiebig testen. Wann immer es für sie sinnvoll erscheint, können sie ihr Projekt migrieren. Auch dafür haben wir Tools vorbereitet. Es wird einige wenige Projekte geben, die vielleicht heute noch nicht migrierbar sind, weil einfach noch einige wenige Funktionen in der Solution fehlen, die jetzt im Laufe des Jahres hinzukommen werden. Mein Tipp ist: Sehr schnell testen und ausprobieren. Hat man das Gefühl, die Funktionen, die ich brauche, sind alle da, dann umsteigen. Unternehmen wie Schaffrath DigitalMedien helfen beim Umstieg.

Ist das große Smartphone, das Phablet jetzt stärker im Fokus?

Jein, ich würde es anders formulieren. Wir hatten schon immer eine Lösung um Inhalte auf verschiedenen Plattformen und Tablets und Smartphones zu publizieren. Aber wir sehen, dass schon mit dem iPhone 6 und gerade mit den größeren Bildschirmen des iPhone 6 plus oder ähnlichen Geräten auf Android-Seite, die Menschen immer stärker ihr Telefon nutzen, um Medieninhalte zu konsumieren. Es kommen immer noch mehr Tablets in den Markt, aber die Verkaufszahlen gehen zurück. Das bedeutet, es ist immer wichtiger, dass Publisher auch Smartphones bedienen. Wir sehen das beim Prototypen von Fast Company, der der neuen Solution ähnlich ist, und der aktuell iPhones und iPads anspricht. Über 70 Prozent der Zugriffe kommen über das iPhone. Das heißt ich muss dort auch verfügbar sein. Technologisch gehen wir darauf ein, dass wir die App Experience, also den Startbildschirm und die Navigation zu den einzelnen Themen und Inhalten über den Browser in HTML gestalten und ein besseres Skalieren der Inhalte ermögliche. Somit kann ich wesentlich schneller und einfacher Tablets und Smartphones parallel bedienen.

HTML oder Indesign – für wen und was welche Lösung?

Den Startbildschirm und Zugang zu den einzelnen Artikeln kann ich über den Browser mit Layoutrastern und Karten komplett in HTML 5 gestalten. Das können Kreative und Marketing-Profis – dafür benötige ich keine Programmierkenntnisse. Diese Anpassung der App-Experience ist einzigartig, einfach und funktionert plattformübergreifend. Wenn wir zu den Artikeln selbst kommen, können HTML und Indesign verarbeitet werden. Indesign ist Pixelperfect. Ich habe immer die volle Layoutkontrolle und die Proportionen bleiben gleich. Inhalte die ich für das iPad mit Indesign gebaut habe, kann ich auf dem Smartphone anzeigen lassen, gegebenenfalls mit Letterboxing. Auch das wurde ausgebaut und verbessert. HTML kann sich natürlich dem Bildschirm anpassen und ist skalierbar in jede Richtung. HTML-Inhalte sind nicht mehr in der Pixeldimension für die sie ursprünglich gebaut wurden, gefangen. Sie sind wirklich responsive, nutzen also die volle Bildschirmfläche auf dem Gerät aus dem sie gerade angezeigt werden.

Die Übernahme von Inhalten aus einem Content Management System (CMS), wie Word Press oder dem Adobe Experience Manager wird unterstützt. Was ist, wenn ich ein anderes CMS habe, benötige ich externe Hilfe, etwa von Schaffrath DigitalMedien?

Genau richtig. Wir binden zunächst Adobe-Technologien an. Zum Launch steht eine Verknüpfung zum Adobe Experience Manager bereit. Wir geben Technologiepartner die Möglichkeiten eigene Schnittstellen zu entwickeln.

Die Single Edition der Suite wurde 2014 eingestellt. Für welche Projektgröße ist die Solution geeignet?

Die Zielgruppen sind breit gestreut, wie auch die Unternehmensgrößen, für die die Solution interessant ist. Wir verstehen die Digital Publishing Solution als Enterprise Lösung. Und haben derzeit leider kein Angebot, dass einer Single- oder Pro-Edition entspricht.

Ist die Solution eine Alternative zum reinen Webprojekt?

Definitiv. Viele stellen sich ja heute noch die Frage App oder Responsive Web. Auch diese Frage muss natürlich jeder Projektverantwortliche für sich selbst beantworten. Eine App hat aus meiner Sicht durchaus ein paar Möglichkeiten mehr, die über das responsive Web hinausgehen, wie etwa die Offline-Fähigkeit, die Adressierbarkeit über Push-Nachrichten oder In-App-Nachrichten. Es gibt viele Studien, die zeigen, dass ein Großteil des Traffics von mobilen Endgeräten von Apps kommt und eben nicht über den Browser. Daher glauben wir, dass Apps auf jeden Fall relevant sind. Wenn Kunden das für sich auch so entscheiden, sollte ich die Adobe Digital Publishing Solution in Erwägung ziehen. Denn hier kann ich mich auf meine Inhalte konzentrieren. Das gilt für Android, Windows und iOS für Tablets und Smartphones.

Herr Eichel, wir danken für das Gespräch.

Für Alexander Hornen hält die neue Digital Publishing Solution eine Fülle an Möglichkeiten bereit, die auch über das reine Corporate Publishing hinausgehen. Zum einen erhalten die Unternehmen volle Kontrolle über die Zugriffsmöglichkeiten und zum anderen stecken in den Kollektionen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, die ja nicht zwingend nur Medieninhalte transportieren müssen. Denkt man etwa an die Ausstattung des Vertriebes mit Marketingmaterialien oder aktuellen Angeboten. Hornen geht so weit, dass er sich sogar vorstellen kann ganze Kataloge mit der Solution einfacher umgesetzt werden können. Auch eine Anbindung an Typo 3, dem sehr verbreiteten CMS, sei möglich, so Hornen.

Ingo Eichel hat einen Strauß an weiterführenden Links zur Adobe Digital Publishing Solution zusammengestellt:

Adobe Digital Publishing Solution – Launch Event in New York:
DPS 2015 wird heute am 29.7.2015  ab 16.45 live übertragen

http://blogs.adobe.com/digitalpublishing/2015/07/live-from-new-york-its-the-adobe-design-advantage.html

Adobe Digital Publishing Solution – Blog

http://blogs.adobe.com/digitalpublishing/

Adobe Digital Publishing Solution – Produkt

https://www.adobe.com/products/digital-publishing-suite-enterprise.html

Adobe Digital Publishing Solution – Get a trial

trial.publish.adobe.com/

Adobe Digital Publishing Solution – Getting started

https://helpx.adobe.com/digital-publishing-solution/how-to/get-started-digital-publishing.html

Adobe Digital Publishing Solution – Ressources

trial.publish.adobe.com/resources.html

Alexander Hornen
Geschäftsführung
hornen(at)schaffrath-digital.de
fon: +49 28 31 / 925-534