Von: Ulrich Radespiel
Auf der einen Seite steht Apple mit seinem iPad und weltweiten Verkäufen im aktuellen Quartal von 18,6 Millionen iPads. Insgesamt für 2010 und 2011 liegen die Zahlen laut AppleInsider.com bei ca. 54 Millionen verkauften iPads. Für Deutschland korrigiert der Branchenverband Bitkom seine ursprüngliche Prognose für das Jahr 2011 sogar von 1,5 Millionen verkauften Geräten auf 2,1 Millionen. Für 2012 wird erwartet, dass die Verkaufszahlen auf 2,7 Millionen Stück steigen. Die Prognose für die weltweite Marktentwicklung von Tablet PCs erhalten Sie beim Klick.
Apple bleibt mit dem iPad unzweifelhaft bis auf weiteres die Benchmark für alle Tablet-PC, sowohl was seinen Marktanteil angeht, als auch beim Thema Sicherheit und Usability. Das Handelsblatt sucht den lachenden Dritten im weltweiten "Tablet Krieg".
Wir schauen auf die Entwicklung des Cross Media Publishing für Deutschland.
Wie Phönix aus der Asche steigt Amazon mit seinen knapp 4 Millionen verkauften Kindle Fire Geräten in den letzten Monaten. Dies gilt jedoch primär für den amerikanischen Markt und dem dort gnadenlos günstigen Einstiegspreis von 199 Dollar für ein technisch abgespecktes Gerät. Wobei Analysten zudem vermuten, dass Amazon mit jedem verkauften Gerät 10 Dollar Verlust macht. Trotzdem hat das Kindle Fire bereits ein Drittel des gesamten Markts für Android-Tablets übernommen.
Entscheidend ist jedoch der Zugriff auf die Kunden. Apple hat es mit iTunes und mehr als 200 Millionen Kundenkonten über kostenpflichtige Accounts erfolgreich vorgemacht.
Amazons Chance liegt genau darin, ebenfalls eine eigene Ökonomie für digitale Produkte – also Apps im weitesten Sinn – zu etablieren. Amazon kann, unseres Erachtens, neben Apples iTunes der einzige Marktplatz werden, der dies schaffen könnte. Die Android Marktplätze sind dafür potentiell zu unsicher.
Ein Indiz dafür, dass der Aufstieg von Amazon an Position zwei nachhaltig ist, sieht man daran, dass Adobe in der Weiterentwicklung der Digital Publishing Suite die Auslieferung Ihrer Folio Magazin Apps auf dem Kindle Fire eine hohe Relevanz einräumt und in naher Zukunft realisieren wird.
Somit steht dann mit der Adobe DPS zum Publishing auf Tablets ein Programm für alle relevanten Plattformen zur Verfügung. Die Adobe DPS stellt im Vergleich zur kostenintensiven nativen Programmierung von individuell auf jedes Betriebssystem und verschiedenen Bildschirmauflösungen angepassten Lösungen damit den Königsweg im kostengünstigen Cross Media Publishing dar.
In Deutschland haben wir die Sonderrolle mit dem von Lenovo übernommenen Computerhersteller Medion. In den wöchentlichen Donnerstag-Angeboten des Discounter Aldi wurde am 5.12.2011 das Tablet „Medion Lifetab P9514“ für 399 Euro beworben. Es basiert auf Android Honeycomb und kommt im Test bei der PC-Welt solide weg. Obwohl die Tester von mehreren Abstürzen berichten, was mir bei meinem iPad genau einmal passierte.
Erfahrungsgemäß erfährt man von Aldi keine Absatzzahlen. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich auch bei den Tablet PCs der von Aldi in der Vergangenheit erfolgreich eingeschlagene Weg des massenhaften Verkaufs von Desktops über Laptops hin zu den Tablet-PC wiederholen wird.
Zumindest in Deutschland wird neben dem von Apple mit dem iPad besetzten Premiumsegment ein Platz für das Medion Lifetab und seine Nachfolger sein.
Andere Anbieter wie Samsung verkaufen mittlerweile im Quartal weltweit ca. 1,4 Millionen Geräte. HTC, die bei den Smartphones mit mehr als 10 Prozent eine echte Größe darstellen, sind im Bereich Tablet eher nachrangig vertreten mit weniger als einer halben Millionen verkauften Geräten pro Quartal.
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